Aurubis-Kupferhütte

Eurozone Erzeugerpreise fallen stärker als erwartet

Stand: 03.08.2023 12:06 Uhr

Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im Juni überraschend stark gesunken - um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das stärkt die Hoffnungen auf eine anhaltende Abschwächung der Inflation.

In der Eurozone sind die Erzeugerpreise im Juni deutlicher gesunken als von Experten erwartet. Laut Angaben des Statistikamtes Eurostat gaben die Preise auf Unternehmensebene um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nach.

Damit sind die Preise den zweiten Monat in Folge im Jahresvergleich gesunken. Im Mai waren sie um 1,6 Prozent gefallen. Im vergangenen Sommer waren die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, um mehr als 40 Prozent gestiegen. Ausschlaggebend waren unter anderem die Folgen des Kriegs von Russland gegen die Ukraine.

Energiesektor besonders betroffen

Besonders deutlich gingen im Juni die Erzeugerpreise für Energie zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken sie um 16,5 Prozent - ein starker Kontrast zu den Entwicklungen im vergangenen Jahr, als die Preise infolge einer drohenden Energiekrise drastisch gestiegen waren.

Rückläufig waren zuletzt auch die Preise für Vorleistungsgüter. Investitions- und Konsumgüter verteuerten sich hingegen.

Auswirkungen auf Verbraucherpreise und Geldpolitik der EZB

Im Vergleich zum Vormonat sanken die Erzeugerpreise im Juni um 0,4 Prozent. Hier war ein Rückgang um 0,3 Prozent erwartet worden. Im Mai waren sie noch um 1,9 Prozent gesunken.

Die Erzeugerpreise beeinflussen tendenziell auch die Verbraucherpreise. An deren Entwicklung richtet wiederum die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik aus. Wegen der hohen Inflation hatte die EZB seit dem vergangenen Sommer ihre Leitzinsen deutlich angehoben. Ende Juli erfolgte eine weitere Zinserhöhung. Das weitere Vorgehen ließ die Notenbank jedoch offen.