Straumur Burdaras Island verstaatlicht auch die letzte Großbank

Stand: 09.03.2009 16:16 Uhr

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Wurde als letzte der isländischen Großbanken verstaatlicht: Straumur Burdaras

Das krisengeschüttelte Island hat eine weitere Großbank verstaatlicht. Straumur Burdaras sei das Geld ausgegangen, erklärte die Finanzaufsicht des Inselstaates. Damit geht das letzte größere Institut, das seit dem finanziellen Kollaps Islands im Oktober noch unabhängig war, in Staatsbesitz über. Das Straumur-Führungsgremium wurde umgehend abgesetzt. Die Finanzaufsicht beauftragte einen eigens dafür eingesetzten Ausschuss damit, die Vorstandsaufgaben zu übernehmen. Die Straumur-Aktien wurden vom Handel ausgesetzt. Laut Finanzaufsicht sind die Einlagen der Bank vollständig gesichert.

Straumur-Chef William Fall reichte seinen sofortigen Rücktritt ein. Im Februar hatte er noch erklärt, dass das Geldhaus in abgespeckter Form gute Überlebenschancen habe. Straumur fuhr im vierten Quartal einen Vorsteuerverlust von 616 Millionen Euro ein.

Island seit Oktober in existenzieller Krise

Die internationale Finanzkrise hatte Island besonders hart getroffen. Die Banken des kleinen Landes waren in großem Umfang risikoreiche Geschäfte eingegangen. Die Regierung übernahm im Oktober die Kontrolle über die drei größten Finanzinstitute des Landes - Kaupthing, Landsbanki und Glitnir. Damit verhinderte sie zwar den Zusammenbruch des Finanzsystems, der Staat ging jedoch fast pleite und konnte nur durch milliardenschwere Notkredite gerettet werden.

Als Folge des Finanz-Kollapses in Island haben die 320.000 Bürger mit Leitzinsen von 18 Prozent, einer Inflationsrate von fast 20 Prozent und einer drastischen Abwertung der Landeswährung Krone zu kämpfen. Unter den Bankenverstaatlichungen litten auch deutsche Sparer, die aufgrund hoher Zinsen Geld auf Tages- und Festgeldkonten der Kaupthing Bank angelegt hatten und danach nicht mehr an ihr Geld herankamen.

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