Eine Frau kauft in einem Supermarkt ein. | Bildquelle: dpa

Inflation steigt moderat Lebensmittel und Benzin teurer

Stand: 03.01.2017 15:32 Uhr

Die Verbraucherpreise sind 2016 nur leicht gestiegen - um 0,5 Prozent. Im Dezember gab es jedoch einen überraschenden Anstieg: Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 1,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Die Inflation in Deutschland ist zum Jahreswechsel auf den höchsten Stand seit Juli 2013 geklettert. Vor allem steigende Energiepreise sorgten dafür, dass Waren und Dienstleistungen im Dezember durchschnittlich 1,7 Prozent mehr kosteten als vor einem Jahr. Das berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Im November lag die Jahresteuerung noch bei 0,8 Prozent. Über das Gesamtjahr 2016 gesehen blieb der Preisdruck allerdings gedämpft - im Schnitt stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. 2015 lag die Inflationsrate bei 0,3 Prozent.

Mieten und Heizkosten im Dezember höher

Hauptgrund für den kräftigen Sprung im Dezember waren vor allem Benzin- und Heizkosten. Energie war im Dezember 2016 um 2,5 Prozent teuer als vor Jahresfrist, als Sprit und Heizöl zeitweise extrem günstig waren. Im Jahresverlauf 2016 hatte die Preisentwicklung bei Energie die Gesamtteuerung gedämpft. Noch im November war Energie etwa um 2,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor.

Teurer als vor einem Jahr waren im Dezember auch Nahrungsmittel (plus 2,5 Prozent) und Wohnungsmieten (plus 1,5 Prozent). Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise von November auf Dezember um 0,7 Prozent.

2017 voraussichtlich höhere Inflationsrate

Für das laufende Jahr peilen die Bundesregierung und die Wirtschaftsweisen eine Inflationsrate von 1,6 Prozent an. Es wäre der höchste Wert seit 2012.

Für die Europäische Zentralbank sind das gute Nachrichten. Denn sie strebt im gesamten Währungsraum stabile Preise an und sieht dies nur bei Inflationsraten von knapp zwei Prozent gewährleistet. Weil dieses Ziel seit Jahren verfehlt wird, versucht die EZB mit viel billigem Geld nachzuhelfen.

Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Jahresteuerung im Euro-Raum im Dezember auf 1,0 von 0,6 Prozent erhöht. Detaillierte Zahlen will das Bundesamt am 18. Januar veröffentlichen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Januar 2017 um 15:15 Uhr.

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