Hand hält Zapfpistole an einer Tankstelle | Bildquelle: picture alliance / dpa

Studie zu Neuwagen Autos verbrauchen mehr als angegeben

Stand: 17.11.2016 13:18 Uhr

Der reale Kraftstoffverbrauch von Autos entspricht oft nicht den Herstellerangaben. Laut einer neuen ICCT-Studie liegt die Abweichung bei 42 Prozent und damit so hoch wie nie. Für Verbraucher bedeutet dies Mehrkosten von 450 Euro.

Der reale Kraftstoffverbrauch neuer Autos liegt laut einer Untersuchung deutlich über dem vom Hersteller angegebenen Testverbrauch. Mit 42 Prozent sei die Kluft dabei "so groß wie noch nie", teilte das Forschungsinstitut ICCT (International Council on Clean Transportation) mit, das vor einem Jahr den Abgas-Skandal bei Volkswagen mitaufgedeckt hatte. Für Autofahrer seien dadurch Mehrausgaben für Kraftstoff von rund 450 Euro pro Jahr verbunden. Außerdem belasten die Fahrzeuge die Umwelt stärker als bisher angenommen.

Differenz vergrößert sich

Die Differenz zwischen Herstellerangaben und dem tatsächlich gemessenen Verbrauch vergrößerte sich laut ICCT in den vergangenen Jahren deutlich. Zu Beginn der Erfassung 2001 habe die mittlere Abweichung noch bei neun Prozent gelegen. "Sämtliche Datenquellen bestätigen, dass die Lücke zwischen dem von Herstellern veröffentlichten Kraftstoffverbrauch und dem tatsächlich vom Kunden festgestellten Verbrauch einen neuen Höchststand erreicht hat", erklärte ICCT-Mitglied Uwe Tietge.

Die Hauptursache der "Diskrepanz" sieht ICCT-Europa-Chef Peter Mock darin, dass die Autokonzerne "immer systematischer Schlupflöcher in der bestehenden Regulierung ausnutzen". So würden zahlreiche für den Prüfstand verwendete Wagen gezielt für die Testsituation optimiert. Auf der Straße hätten sie dann teils ganz andere Verbrauchswerte.

ICCT-Abgasstudie
tagesschau 20:00 Uhr, 17.11.2016, Marie-Kristin Boese, ARD Berlin

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Hersteller geloben Besserung

Die deutsche Autoindustrie kündigte eine baldige Besserung an. Dass es grundsätzliche "ärgerliche Unterschiede zwischen Labor- und Straßenwerten" gebe, sei seit langem klar, hieß es aus dem Verband VDA in Berlin. Die ab 2017 geplanten Straßenmessungen und genaueren Bedingungen für Prüfstandstests würden solche Diskrepanzen verringern. "Der Verbraucher bekommt mehr Verlässlichkeit."

Studie berücksichtigt Daten von einer Million Autos

Nach Angaben der Wissenschaftler flossen Daten für etwa eine Million Autos in die Untersuchung ein. Sie wurde gemeinsam mit der Niederländischen Organisation für Angewandte Wissenschaftliche Forschung (TNO) durchgeführt und soll heute in Berlin vorgestellt werden. Insgesamt flossen laut ICCT die Daten von rund einer Million Fahrzeuge aus sieben europäischen Ländern in die Studie ein. Als Quelle dienten Internetseiten, Leasingfirmen, Automagazine und Messdaten verschiedener Einrichtungen.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 17. November 2016 um 05:30 Uhr.

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