Rüdiger Grube | Bildquelle: dpa

Streit mit Aufsichtsrat Bahnchef Grube zurückgetreten

Stand: 30.01.2017 15:17 Uhr

Lange wurde über den Vertrag von Bahnchef Grube verhandelt, doch mit diesem Ergebnis hat kaum jemand gerechnet: Grube verlässt den Konzern. Offenbar konnte sich der Manager nicht mit dem Aufsichtsrat auf eine Vertragslaufzeit einigen.

Bahnchef Rüdiger Grube ist überraschend zurückgetreten. Das bestätigte der Konzern in einer kurzen Pressemitteilung, ohne Gründe für den Rücktritt zu nennen.

"Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat heute einstimmig der Bitte von Dr. Rüdiger Grube entsprochen, mit sofortiger Wirkung seine Bestellung zum DB-Vorstandsvorsitzenden aufzuheben und seinen laufenden Vertrag durch eine Auflösungsvereinbarung zu beenden", heißt es in der Mitteilung. Die Bahn will "zeitnah" einen Nachfolger präsentieren. Finanzvorstand Lutz werde kommissarisch den Vorstandsvorsitz übernehmen.

Wie mehrere Medien melden, habe Grube dem Aufsichtsrat vorgeworfen, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben. Ihm sei zuvor eine Vertragsverlängerung um drei Jahre bis Ende 2020 zugesichert worden, er habe im Gegenzug auf eine Gehaltserhöhung und auf eine Abfindung im Falle eines vorzeitigen Abgangs verzichtet, hieß es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats.

Bahnchef Grube gibt überraschend Rücktritt bekannt
tagesthemen 22:15 Uhr, 30.01.2017, Anke Hahn, RBB

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Nur zwei Jahre angeboten

In der heutigen Aufsichtsratssitzung des Staatskonzerns habe man ihm dann aber doch nur zwei weitere Jahre als Vorstandschef geben wollen, hieß es. Zunächst hatte "Spiegel Online" über Grubes Rücktritt berichtet.

Eigentlich war erwartet worden, dass der Aufsichtsrat den Vertrag Grubes verlängert. Über die Frage, wie lange der Kontrakt verlängert werden würde, hatte es zuletzt immer wieder widersprüchliche Medienberichte gegeben. Auch die bei solchen Verlängerungen oft übliche Gehaltserhöhung war ungewiss.

Bundesverkehrsminister überrascht

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zeigte sich überrascht über den Rücktritt. "Das ist in der Tat eine so nicht zu erwartende Wendung", sagte der CSU-Minister am Rande einer Vorstandssitzung seiner Partei in München. Allerdings habe es bereits in den vergangenen Tagen Diskussionen über Grube gegeben, sagte Dobrindt, ohne sich konkreter zu äußern. "Aber dass am Schluss offensichtlich es wenig Einigungsbereitschaft auf beiden Seiten gegeben hat, war so nicht erkennbar", fügte er hinzu.

Zu möglichen Nachfolge-Kandidaten wie dem Vorstandsmitglied und früheren Kanzleramtschef Ronald Pofalla wollte sich Dobrindt nicht äußern.

Zuletzt bessere Ergebnisse

Der 65-jährige Grube war seit 2009 Vorstandschef des bundeseigenen Konzerns mit weltweit 300.000 Angestellten und rund 40 Milliarden Euro Umsatz. Er übernahm die Führung nach der Affäre um massenhafte Ausspähung von Mitarbeiter-E-Mails unter seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn. Durch den Kauf der Auslandsverkehrstochter Arriva trieb er die internationale Ausrichtung voran. Nach einem Verlustjahr 2015 konnte Grube zuletzt auf ein verbessertes Ergebnis und eine gestiegene Pünktlichkeit der Züge verweisen.

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