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Standard & Poor´s stuft Griechenland weiter herab Athens Rating sinkt auf "teilweise zahlungsunfähig"

Stand: 28.02.2012 00:41 Uhr

Standard & Poor's hat Griechenland nach dem von der Regierung eingeleiteten Schuldenschnitt weiter herabgestuft. Das Rating werde auf "selective default", also "teilweise zahlungsunfähig" gesenkt, teilte S&P mit. Davon seien sowohl das Langfrist- (bisher "CC") als auch das Kurzfrist-Rating (bisher "C") betroffen. Diesen Schritt hatte das Unternehmen im Januar angekündigt, sollte Griechenland den Schuldenschnitt durchsetzen.

Griechenland noch weiter herabgestuft
A. Reuter, HR Brüssel
28.02.2012 08:16 Uhr

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S&P kritisiert die rückwirkenden Umschuldungsklauseln, mit deren Hilfe eine ausreichende Beteiligung der privaten Gläubiger an dem Schuldenschnitt erzwungen werden könnte. Dies hatte die Regierung in Athen angedroht, wenn sich nicht genug Anleger an der Umschuldung beteiligen. Nach einem erfolgreichen Anleihentausch könne das Land aber möglicherweise wieder auf "CCC" heraufgestuft werden, teilte das US-Unternehmen weiter mit.

Athen wiegelt ab

Die griechische Regierung bemühte sich nach der Ankündigung um Schadensbegrenzung: Die Herabstufung habe keinen Einfluss auf den Bankensektor des Landes, versicherte das Finanzministerium. Die Zentralbank hätte vorgesorgt.

Private Gläubiger sollen verzichten

Mit dem Anleihentausch sollen Banken, Versicherungen und Hedgefonds an der Rettung Griechenlands beteiligt werden. Privatgläubiger sollen auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen verzichten und neue Rückzahlungsbedingungen hinnehmen, die die Abschläge auf ihre Investitionen auf bis zu 74 Prozent erhöhen.

Griechenland hatte erbittert mit den privaten Gläubiger über den Schuldenschnitt gerungen. Der Durchbruch gelang schließlich nach mehreren Verhandlungsrunden vor rund einer Woche auf einem Krisentreffen der Euro-Staaten. Wenig später machte Athen den privaten Gläubigern auch offiziell dieses Angebot.

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