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23.02.2012

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Wirtschaft
Griechenland Geld
Private Gläubiger wollen sich an Griechenland-Hilfen beteiligen
Einigung mit Bundesfinanzministerium

Private Gläubiger wollen Griechenland helfen

Die deutschen Banken und Versicherungen haben sich mit dem Bundesfinanzministerium grundsätzlich auf eine Beteiligung privater Gläubiger an neuen Griechenland-Hilfen verständigt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte nach einem Treffen mit Branchenvetretern, er rechne mit einem Gesamtbeitrag deutscher Institute von 3,2 Milliarden Euro.

Das Gesamtengagement der Branche in Griechenland bis 2014 betrage rund zwei Milliarden Euro. Hinzu kämen 1,2 Milliarden Euro aus den Abwicklungsanstalten der Hypo Real Estate (HRE) und der WestLB. Rund die Hälfte des Engagements von insgesamt zehn Milliarden Euro laufe ohnehin über das Jahr 2020 hinaus, sagte Schäuble.

Details sollen bis Sonntag geklärt werden

Bundesfinanzminister Schäuble und Deutsche Bank-Chef Ackermann (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bundesfinanzminister Schäuble und Deutsche-Bank-Chef Ackermann zeigten sich zuversichtlich, bis Sonntag die letzten Details zu klären. ]
Der nun zur Beteiligung gefundene Beitrag sei "freiwillig, doch substanziell", sagte Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann. Er zeigte sich "zuversichtlich, bis zum Sonntag eine quantifizierbare Lösung unterbreiten zu können. Wir sind überzeugt, dass Griechenland weiter geholfen werden muss. Griechenland hat gestern wichtige erste Schritte im Bereich der Sparmaßnahmen unternommen." Das französische Modell sei eine Basis, aber es müssten noch Modifikationen eingebaut werden. Er sei zuversichtlich, eine gute Lösung zu finden. Auch Schäuble zeigte sich zuversichtlich, bis Sonntag eine Lösung zu finden.

"Französische Lösung" favorisiert

Bereits zuvor hatten Vertreter deutscher Banken einen Vorschlag aus Frankreich für eine freiwillige Laufzeitverlängerung griechischer Staatsanleihen als interessantes Modell bezeichnet. Nach dem zwischen der Regierung in Paris und französischen Banken vereinbarten Plan sollen Geldgeber bei auslaufenden Anleihen einen Teil des dann fälligen Geldes wieder in neue, 30 Jahre lang laufende Schuldtitel investieren. Ein weiterer Teil soll nach dem Pariser Modell in einen speziellen Fonds fließen, der über Wertpapiere mit höchster Kreditwürdigkeit abgesichert werden soll.

Hintergrund:

Das Büro der Ratingagentur Fitch in New York (Foto: dpa)
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Beteiligung auf freiwilliger Basis

Eine komplett freiwillige Einbindung der Privatgläubiger ist wichtig, damit Rating-Agenturen diese Maßnahme nicht als Zahlungsausfall bewerten. Dies könnte die Schuldenkrise in der Euro-Zone dramatisch verschärfen. Auch der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Banken, Michael Kemmer, warnte vor den Auswirkungen. Wenn es dazu käme, müssten dann möglicherweise Kreditversicherungen einspringen. Dann sei unklar, wer dafür letzendlich bürgen müsse. "Das muss man auch noch klären", betonte Kemmerer.

Neues Hilfspaket soll am 3. Juli stehen

Eine Lösung für eine freiwillige Gläubigerbeteiligung war bis zum Sondertreffen der Euro-Finanzminister am 3. Juli angestrebt worden. Dort soll nun nach Zustimmung des griechischen Parlaments für das Sparpaket das zweite Hilfspaket für Griechenland beschlossen werden. Dann könnte auch die im Juli fällige Hilfszahlung von zwölf Milliarden Euro aus dem bestehenden Rettungsprogramm von Internationalem Währungsfonds (IWF) und den Euro-Partnern freigegeben werden. Damit würde eine Staatspleite Griechenlands zunächst abgewendet.

Engagement deutscher Banken und Versicherungen in griechischen Staatsanleihen
Name des InstitutsSumme in Euro
FMS (Bad Bank der HRE)7,4 Mrd.
Commerzbank2,9 Mrd.
Deutsche Bank (inkl. Postbank)1,6 Mrd.
LBBW1,4 Mrd.
Allianz1,3 Mrd.*
Munich Re1,1 Mrd.
EAA (Bad Bank der WestLB)1,1 Mrd.
DZ Bank1,0 Mrd.
NordLB273 Mio.
LBB266 Mio.**
HSH Nordbank200 Mio.
BayernLB120 Mio.
HELABA78 Mio.*
Talanx9 Mio.*
Quelle: Reuters*Stand Ende 2010
**umfasst auch Kredite an Private

Dossier:

Dosssier Griechenland
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Stand: 30.06.2011 16:42 Uhr
 

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