Eine EU-Flagge und eine Griechenland-Flagge wehen vor der Akropolis | Bildquelle: dpa

Etat 2016 Griechenland übertrifft Haushaltsziele

Stand: 21.04.2017 14:29 Uhr

Griechenland hat im vergangenen Jahr einen unerwartet großen Überschuss im Staatshaushalt geschafft. Der Primärüberschuss, bei dem die Zinskosten ausgeklammert werden, sollte laut Vorgaben nur 0,5 Prozent des BIP betragen - lag aber um ein Vielfaches darüber.

Griechenland hat bei der Sanierung seines Haushalts 2016 die Vorgaben der internationalen Geldgeber übertroffen: Der Staat erzielte im vergangenen Jahr einen Überschuss von knapp sieben Milliarden Euro, wenn man die Kosten für laufende Kredite herausrechnet. Der Primärüberschuss erreiche damit 3,9 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP), teilte das griechische Statistikamt in Athen mit.

Der Primärüberschuss ist ein wichtiger Indikator dafür, ob ein Staat genug Geld hat für zentrale Aufgaben wie das Sozialsystem - aber auch für seinen Schuldenabbau. Er blendet den Schuldendienst aus, um Fortschritte bei den laufenden Ausgaben und Einnahmen besser erkennen zu können. Griechenland erhält seit 2010 Kredite etwa von der EU und dem IWF. Die guten Zahlen dürften der Regierung in Athen nun in die Karten spielen, die derzeit mit ihren internationalen Geldgebern über die Auszahlung frischer Kredite verhandelt.

Vorgaben deutlich übertroffen

Im Gegenzug für Hilfskredite wurde ein Sparprogramm vereinbart, für 2016 muss Griechenland einen primären Überschuss von mindestens 0,5 Prozent des BIP vorweisen. Mittelfristig erwarten die Europäer, dass das hoch verschuldete Land in den kommenden Jahren einen Primärüberschuss von etwa 3,5 Prozent erwirtschaftet. Dann könnte Athen nach Einschätzung der europäischen Geldgeber die Zinsen für seine Schulden zahlen. Der griechische Schuldenberg liegt nach den Zahlen des griechischen Statistikamts bei etwa 314,9 Milliarden Euro. Das sind 179 Prozent der Bruttoinlandproduktes.

Die Dauerkrise ist auch ein Thema auf der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington: Dort wollen sich der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble treffen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. April 2017 um 18:00 Uhr

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