Schlange stehen vor dem Geldautomaten: Menschen in Athen | Bildquelle: dpa

Griechische Regierung mahnt zur Ruhe Lange Schlangen vor den Geldautomaten

Stand: 27.06.2015 11:50 Uhr

Die Ankündigung eines Referendums über das Sparprogramm hat bei den Menschen in Griechenland die Angst um ihr Erspartes verstärkt. Vor vielen Geldautomaten bildeten sich lange Schlangen. Die Regierung rief die Menschen zur Ruhe auf. Die Banken würden nicht schließen.

Unmittelbar nach der Ankündigung einer Volksabstimmung über ein Sparprogramm nach den Bedingungen der Gläubiger haben sich vor den Geldautomaten in Griechenland lange Schlangen gebildet.

Wie Augenzeugen berichteten und Fernsehsender am Morgen zeigten, warteten am zentralen Athener Platz von Kolonaki fast 40 Menschen vor dem Geldautomaten der National Bank of Greece. Auch in anderen Stadtteilen gab es ähnliche Bilder. Einige Geldautomaten waren wegen des Ansturms leer, berichteten Augenzeugen.

Viele Griechen fürchten, dass, egal was das Ergebnis des Referendums sein werde, ein Austritt Griechenlands aus der Eurogruppe unabwendbar sei, und heben soviel Geld wie möglich ab.

Regierung mahnt zur Ruhe

Die kleinere griechische Regierungspartei rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Bürger sollten sich nicht einschüchtern lassen, sagte der Chef der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen, Panos Kammenos, im griechischen Fernsehen. "Die Banken werden nicht schließen", betonte Kammenos, der zugleich auch Verteidigungsminister ist. Seinen Worten zufolge wird es an den Automaten weiter Geld geben.

Schon seit Wochen heben die Menschen große Mengen Bargeld ab, insgesamt sollen es mehr als 30 Milliarden Euro sein. Viele fürchten, dass im Fall eines Staatsbankrotts Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden. In diesem Fall würde die Abhebung von Geld deutlich eingeschränkt. Die Europäische Zentralbank erhöhte deshalb mehrfach die Notkredite für griechische Banken.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juni 2015 um 12:00 Uhr.

Darstellung: