Smartphone mit Google-Logo | Bildquelle: REUTERS

Teile von HTC übernommen Google investiert ins Smartphone

Stand: 21.09.2017 13:35 Uhr

Google übernimmt Teile des Geschäfts von HTC. Der taiwanische Smartphone-Hersteller steckt in der Krise und kann die rund 1,1 Milliarden US-Dollar von Google gut gebrauchen. Der US-Konzern kehrt mit dem Deal ins Hardware-Geschäft zurück.

Google übernimmt für 1,1 Milliarden Dollar den schwächelnden Smartphone-Anbieter HTC. Für einen Kaufpreis bekommt Google Patente und rund 2000 Mitarbeiter von HTC. Der Verkauf soll voraussichtlich Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Die Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen.

Google bezeichnete die Kaufvereinbarung als Bekräftigung der jahrelangen "strategischen Partnerschaft" zwischen HTC und dem US-Konzern. Der Hersteller aus Taiwan verkauft eigene Smartphones, baut aber auch für andere Unternehmen Geräte.

Google untermauert damit seine Ambitionen im Hardware-Geschäft: 2012 hatten die Amerikaner für 12,5 Milliarden Dollar die Handyfirma Motorola Mobility übernommen und bereits zwei Jahre später an Lenovo aus China für lediglich drei Milliarden Dollar veräußert.

HTC - Pionier in Schwierigkeiten

HTC gehörte zu den Pionieren im Smartphone-Markt. Zuletzt sanken die Marktanteile der Firma aber drastisch unter dem Druck chinesischer Rivalen wie Huawei, ZTE oder Xiaomi sowie des Marktführers Samsung bei teuren Modellen. Auch neue Modelle wie das Anfang 2017 vorgestellte "U Ultra", das sich mit Hilfe künstlicher Intelligenz an die Gewohnheiten des Nutzer anpassen soll, konnten den Absatz nicht nennenswert ankurbeln. Der Anteil von HTC am Smartphone-Markt ist laut Branchenbeobachter unter ein Prozent gerutscht. Das brachte HTC zuletzt immer wieder rote Zahlen ein.

Zuletzt hatten sich die Taiwaner auf der Suche nach neuen Umsatzbringern der Virtuellen Realität zugewandt. Ihre Datenbrille "Vive" gilt als erfolgreicher als die "Oculus"-Brille von Facebook. Bis 2019 könnte das "Vive"-Geschäft die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaften, prognostizieren Analysten.

Über dieses Thema berichtete die Deutsche Welle am 21. September 2017 in den Sendungen "Wirtschaft - Nachrichten" und "Wirtschaft - Kompakt".

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