Ein Mann hält sein Smartphone im Auto | Bildquelle: REUTERS

Google ändert Suchalgorithmus Mobile Webseiten bevorzugt

Stand: 21.04.2015 09:59 Uhr

Google ändert seine Suchfunktion: Webseiten mit mobiler Ausspielung werden bei Abfragen von Smartphones künftig bevorzugt. Google selbst sagt, die Änderung werde eine "signifikante Auswirkung" auf die Suchergebnisse haben.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Dass Google die Motorhaube öffnet und die Art und Weise nachjustiert, wie die Suchmaschine arbeitet, ist nichts Neues. In den vergangenen Jahren hat der Konzern zum Beispiel sogenannte Spam-Seiten abgewertet, also Webseiten, deren Betreiber versucht hatten, die Suchmaschine auszutricksen, um bei den Suchergebnissen auf den vorderen Plätzen zu landen. "Panda" und "Pinguin" hießen solche Updates in den vergangenen Jahren, doch diesmal klingt der Spitzname, den die Neuerung im Netz gefunden hat, durchaus martialisch: "Mobilegeddon"

Dass das jüngste Update in Anspielung auf "Armageddon", also die alles entscheidende Schlacht zwischen Gut und Böse in der Bibel, benannt ist, zeigt, welchen Stellenwert Medien und Webseitenbetreiber dem Vorgang beimessen. Im Grunde geht es darum, dass Google testet, ob eine Webseite auch für den Abruf auf mobilen Geräten, also Smartphones oder Tablets, optimiert ist. Und wenn die Seite den Test besteht, landet sie höher in den Suchergebnissen als eine andere Seite mit vergleichbaren Inhalten, die aber eben nicht optimiert ist.

Mehr mobile Suchanfragen

Das Unternehmen reagiert also auf den Trend hin zur mobilen Online-Nutzung. Einem Bericht der Analysefirma ComScore zufolge verbrachten im vorigen Jahr zum Beispiel die amerikanischen Nutzer 60 Prozent ihrer Online-Zeit auf Smartphones oder Tablets und nur noch 40 Prozent auf dem klassischen PC oder Laptop.

Google wolle, dass die Nutzer mit den Suchergebnissen möglichst zufrieden seien, sagt Technik-Journalist Mike Elgan in der Online-Sendung "Tech News Today". Deshalb liege es es in der Verantwortung des Unternehmens, die Seiten, die auf dem Smartphone oder Tablet nicht richtig anzeigt werden, abzuwerten.

Google bietet einen einfachen Test an, bei dem man jede beliebige Webseite auf ihre Mobilfreundlichkeit prüfen kann. Die Analysefirma Portent meldet allerdings, sie habe 25.000 der meistbesuchten Websites den Test durchlaufen lassen - 10.000 seien durchgefallen, meist weil ihr Text auf mobilen Geräten nur schwer lesbar war. Diese würden nun ihre Plätze auf den vorderen Google-Suchergebnisseiten verlieren, vermutet Technik-Journalist Mike Elgan.

Update unterstützt Trend zu neuen mobilen Geräten

Zwei Smartwatch-Modelle, die mit dem Betriebssystem Android funktionieren. | Bildquelle: REUTERS
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Auch auf Uhren mit Internetverbindung sollen Webseiten demnächst gut lesbar sein.

Der Suchmaschinenbetreiber hat das Update schon im Februar angekündigt, sagt Lindsey Turrentine, Chefredakteurin der Nachrichtenseite CNET. Und wer als Betreiber einer solchen Top-Webseite das Problem noch nicht gelöst habe, der sei einfach nicht aufmerksam genug. Sie vermutet aber noch ein anderes strategisches Ziel bei Google - und zwar mit Blick die nächste Generation an mobilen Geräten, sogenannte "Wearables". Das sind zum Beispiel Smartwatches, also Uhren, die sich mit dem Smartphone verbinden und so Inhalte aus dem Internet auf einem ziemlich kleinen Bildschirm am Handgelenk anzeigen.

Den Herstellern dieser Geräte bietet Google eine spezielle Version seines mobilen Betriebssystems an: Android Wear. "Man könnte sagen, das Google diese Sache jetzt durchdrückt, weil sie wollen, dass das Web am Ende auch auf Android-Wear-Geräten besser lesbar ist", sagt die Journalistin Turrentine. "Bis dahin dauert es zwar noch eine Weile, aber sie brauchen solche optimierten Seiten, damit diese Geräte funktionieren. Das könnte ein Hintergedanke sein."

Das Update betrifft übrigens nur die Suchergebnisse bei Anfragen von mobilen Geräten. Wer also Google auf dem Bürorechner benutzt, wird von den Änderungen vermutlich gar nichts mitbekommen.

Google ändert die Suchergebnisse seiner Suchmaschine
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
21.04.2015 09:38 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 21. April 2015 um 11:36 Uhr im Deutschlandfunk.

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