Das Symbol eines Einkaufskorbs leuchtet auf einer Computertastatur (gestelltes Foto) | Bildquelle: dpa

Geoblocking soll eingeschränkt werden Weniger Grenzen fürs Onlineshopping

Stand: 28.11.2016 01:28 Uhr

Welche Beschränkungen soll es für den grenzüberschreitenden Onlinehandel geben? Die EU-Industrieminister diskutieren, wann Geoblocking sinnvoll ist und wann es Konsumenten und Industrie benachteiligt.

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Wer von Deutschland aus im Internet eine Eintrittskarte zum Beispiel für das Disneyland in Paris kauft, muss oft mehr zahlen als jemand, der das gleiche Ticket etwa in Rumänien bucht. Ein weiteres Beispiel: Viele Online-Reiseportale bieten unterschiedliche Preise und Unterkünfte auf ihren Webseiten an - je nachdem, in welchem Land der Kunde vor seinem Rechner sitzt.

Dasselbe Zimmer, im selben Hotel, zum selben Termin kann man zum Beispiel von Belgien aus teilweise deutlich günstiger buchen als aus Deutschland. Und das passiert automatisch: Denn jedem Computer ist eine sogenannte IP-Adresse zugeordnet, mit der man unter anderem nachvollziehen kann, aus welchem Land der Internet-Nutzer kommt.  

Wettbewerbsminister gegen regionale Unterschiede

Die europäischen Wettbewerbsminister wollen verhindern, dass Kunden aufgrund ihres Heimatlandes benachteiligt werden. Deshalb möchten sie in Zukunft das sogenannte "Geoblocking" für grenzüberschreitendes Onlineshopping einschränken.

Geoblocking ist eine Technik, die im Internet eingesetzt wird, und mit der Anbieter bestimmte Inhalte für bestimmte Länder oder Regionen blockieren können. "Geo" steht in diesem Fall für "regional" und "blocking" bedeutet sperren.

Nach den Plänen der Wettbewerbsminister soll zum Beispiel Autovermietungen künftig auf einer internationalen Website, die auf .com endet, nur noch gleiche Angebote und gleiche Preise anbieten, egal aus welchem Land die Online-Kunden kommen. Auf ihren nationalen Webseiten, etwa den deutschen, die auf .de enden, dürfen die Unternehmen weiterhin Sonderpreise gewähren.

Für diese nationalen Sonderpreise soll es dann allerdings keine Gewährleistungspflicht und keinen Lieferanspruch geben. Das bedeutet: Im schlimmsten Fall würde das Produkt nicht an den Kunden ausgeliefert, sondern er müsste es selbst abholen.

Automatische Weiterleitungen in Diskussion

In einem weiteren Fall soll das Einkaufen im Internet transparenter werden. Wer aus Deutschland zum Beispiel über das Internet Wein bei einem französischen Weingut bestellt, wird häufig automatisch an einen deutschen Zwischenhändler weitergeleitet und hat häufig keine Möglichkeit, direkt über die Website des Herstellers zu ordern.

Diese automatische Weiterleitung soll es in Zukunft nicht mehr geben. Ob dieser Vorschlag so durchkommt, ist allerdings fraglich. In Frankreich zum Beispiel gibt es viele kleine Weingüter, die mit dem europaweiten Versand ihre Produkte überfordert wären. Von daher wird es hier voraussichtlich eine Kompromisslösung geben.  

Die europäischen Wettbewerbsminister wollen sich auf diese Änderungen einigen. Im nächsten Jahr wird dann das Europaparlament darüber abstimmen.

Wettbewerbsminister wollen Geoblocking für Onlineshopping einschränken
K. Bensch, WDR Brüssel
27.11.2016 15:48 Uhr

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Über dieses Thema berichteten Deutschlandfunk am 28. November 2016 um 05:55 Uhr und NDR Info um 07:41 Uhr.

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