Aufblasbarer Schwimmreifen in Entenform, der von der EU als schadhaft eingestuft wurde

Gesundheitsschädliche Produkte in der EU Wenn das Kuscheltier zur Gefahr wird

Stand: 23.03.2015 14:39 Uhr

Weichmacher im Quietsche-Entchen, krebserregende Chemikalien im T-Shirt: Knapp 2500 gesundheitsschädliche Produkte nahm die EU 2014 vom Markt - so viele wie nie zuvor. Fast zwei Drittel der beanstandeten Waren stammen aus China.

Von Karin Bensch, WDR-Hörfunkstudio Brüssel

Kinderspielzeug, Kleidung und Mode-Accessoires: In Europa tauchen immer öfter gesundheitsschädliche Produkte auf. Sie enthalten Chemikalien, die Allergien auslösen und können Verletzungen oder Ersticken verursachen, sagt Vera Jourova, die in der EU-Kommission für den Verbraucherschutz zuständig ist. "2014 haben wir knapp 2500 gefährliche Produkte aus dem Verkehr gezogen. Die meisten sind nach wie vor Kinderspielzeuge. Das zeigt, dass die Sicherheit von Produkten vor allem für den Schutz der Hilfsbedürftigsten wichtig ist."

Die 28 EU-Länder sowie Norwegen, Island und Liechtenstein haben eine gemeinsame Datenbank, die Rapex (Rapid Alert System for non-food dangerous products) genannt wird. Darin tauschen die Behörden Informationen über riskante Konsumgüter aus - alle außer Lebensmittel und Medikamenten.

Kuscheltier-Affe
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Auch dieses Äffchen wurde von den EU-Kontrolleuren beanstandet.

"China muss mehr tun"

Im vergangenen Jahr standen 71 Produkte mehr in der Datenbank als im Vorjahr. Fast zwei Drittel der Waren kamen aus China, sagt die Verbraucherschutz-Kommissarin: "Diese gefährlichen Waren wurden zurückgerufen oder ganz vom Markt genommen. Die chinesischen Behörden sollten mehr tun, um dem in Zukunft vorzubeugen."

China ist schon seit Jahren Ursprungsland vieler gefährlicher Waren, zum Beispiel von Kinderspielzeugen aus Plastik, die krebserregende Weichmacher enthalten. Allerdings ist China auch einer der größten Importeure in die EU.

Vera Jourova
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Hat China aufgefordert, mehr gegen giftige Stoffe in seinen Produkten zu tun: Verbraucherschutzkommissarin Jourova.

Gefahren auch beim Online-Handel

Auch beim Online-Handel wurden mehr gefährliche Produkte gemeldet, so die Verbraucherschutz-Kommissarin. "Wir arbeiten gerade an Richtlinien, um Produkte, die online verkauft werden, sicherer zu machen. Das ist grundlegend wichtig für Verbraucher, denn sie müssen Vertrauen haben können in Waren, die sie im Internet kaufen. Aber auch für die Unternehmen spielt das eine große Rolle."

Andererseits  ist die insgesamt steigende Zahl von Warnmeldungen nicht zwangsläufig ein Indiz dafür, dass mehr gefährliche Waren auf dem Markt sind: Die Entwicklung kann auch die besseren Kontrollen widerspiegeln.

Wichtig sei, dass Verbraucher überlegen, was sie kaufen - egal, ob im Netz oder im Geschäft. Und das gilt vor allem für Kinderspielzeug, denn die hohe Zahl an gefährlichen Produkten ist dort besonders alarmierend, sagt Jourova: "Deshalb sollte jeder genau überlegen, was er seinen Kindern zum Spielen gibt."

Gefährliche Produkte in der EU
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Gefährliche Produkte in der EU

Dieser Beitrag lief am 23. März 2015 um 14:12 Uhr auf Inforadio.

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