Eine Frau vor der Wand mit Stellenangeboten | Bildquelle: dpa

Schlussquartal 2016 So viele freie Stellen wie noch nie

Stand: 21.02.2017 21:01 Uhr

Selten waren die Jobchancen für gut ausgebildete Arbeitslose so gut: Im Schlussquartal 2016 gab es in Deutschland 1,044 Millionen freie Stellen und damit so viele wie nie zuvor. Besonders stark gefragt sind derzeit Ingenieure.

In Deutschland hat es nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern noch nie so viele freie Stellen gegeben wie im Schlussquartal 2016. Mit 1,044 Millionen habe die die Zahl der zu vergebenden Jobs sogar noch um 6000 über dem bisherigen Rekordniveau von Ende 2015 gelegen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB).

81 Prozent der freien Stellen seien sofort zu besetzen. Auch das sei ein neuer Höchststand, teilte das Institut mit, das im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit forscht. "Die Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung zeigen eine anhaltend gute und robuste Arbeitsmarktnachfrage in ganz Deutschland", erklärte dazu der IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis.

Starker Unterschied zwischen Ost und West

Allerdings seien die freien Stellen weiterhin zwischen Ost- und Westdeutschland sehr ungleich verteilt: Von den bundesweit 1,044 Millionen freien Jobs waren im vierten Quartal mehr als 800.000 in Westdeutschland und lediglich 242.000 in den neuen Bundesländern zu besetzen. Für rund zwei Drittel der Stellen ist eine Berufsausbildung erforderlich, in 16 Prozent sogar ein FH- oder Uni-Abschluss. Nur rund jede fünfte Stelle kommt auch für einen Ungelernten in Frage.

Die besten Jobchancen hatten Arbeitslose am Jahresende 2016 gemessen an der jeweils angebotenen Zahl der freien Stellen in der Industrie mit 118.000 freien Stellen, dem Handel und der Kfz-Reparaturbranche mit 120.000 Jobs sowie den sogenannten unternehmensnahen Dienstleistungen mit 308.000 Stellen. Darunter fallen neben Rechts- und Steuerberatern auch Werbeagenturen, Liegenschaftsverwalter und Marktforscher.

Ingenieure gefragt

Stark nachgefragt sind nach Angaben von Verbänden und Wirtschaftsforschern auch Ingenieure. So habe es im vierten Quartal 2016 mehr als 70.000 freie Stellen für diese Berufsgruppe gegeben, berichtete das Institut der deutschen Wirtschaft. Haupttreiber sei der seit Monaten anhaltend große Bedarf an Bauingenieuren. Die Branche profitiere von dem starken Bauboom: 2016 seien besonders viele Büro-, Verwaltungs- und Wohngebäude genehmigt worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 21. Februar 2017 um 16:30 Uhr

Darstellung: