EU-Finanzminister geben grünes Licht für Finanztransaktionssteuer
Beschluss der EU-Finanzminister
Grünes Licht für Finanztransaktionssteuer
Deutschland, Frankreich und neun weitere EU-Partner dürfen eine neue Steuer auf Finanztransaktionen einführen. Das beschlossen die EU-Finanzminister in Brüssel. Die elf Länder wollen im Rahmen einer "verstärkten Zusammenarbeit" die Abgabe einführen. Die Möglichkeit, bei einzelnen Vorhaben in einer Gruppe von Mitgliedstaaten voranzugehen, ist ausdrücklich im EU-Vertrag verankert. Damit kann der Gesetzgebungsprozess in der EU starten.
Wie die Finanzsteuer "im kleinen Kreis" genau gestaltet werden soll und wann es losgeht, ist noch nicht klar. Dazu muss die EU-Kommission einen Vorschlag machen. Eine Einigung aller 27 Staaten hatte sich nach langen Debatten als unmöglich erwiesen, da insbesondere Großbritannien und Schweden blockierten.
EU-Finanzminister geben Weg für Finanztransaktionssteuer frei
tagesschau 20:00 Uhr, 22.01.2013, Rolf-Dieter Krause, ARD Brüssel
Schäuble begrüßt den Beschluss
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble begrüßte den Schritt nach vorn. Er erklärte, Berlin und Paris hätten den Weg geebnet. "Ich freue mich, dass wir schon jetzt neun Mitstreiter in der EU haben. Der Finanzsektor soll an den Kosten der Finanzkrise angemessen beteiligt werden", erklärte er. Obwohl die Ausgestaltung noch geklärt werden muss, ließ Schäuble schon erste Grundzüge erkennen. So solle die Steuer möglichst alle Finanzinstrumente mit einem niedrigen Steuersatz erfassen. Außerdem solle sie nicht nur bei Geschäften an Börsen und anderen regulierten Handelsplattformen anfallen, sondern auch den außerbörslichen Handel, etwa von Bank zu Bank, erfassen. Damit sollten Ausweichreaktionen vermindert werden.
Signale auch aus den Niederlanden
Neben Deutschland und Frankreich zählen Österreich, Belgien, Spanien, Estland, Griechenland, Italien, Portugal, die Slowakei und Slowenien zu der Elfergruppe. Möglicherweise kommen aber noch weitere Länder hinzu. Entsprechende Signale kamen zum Beispiel aus den Niederlanden. In Großbritannien gibt es bereits eine "stamp tax", die dem Land jährlich fast drei Milliarden Pfund einbringt.
Eine Einigung aller 27 Staaten hatte sich nach langen Debatten als unmöglich erwiesen, da insbesondere Großbritannien und Schweden blockierten.
Stand: 22.01.2013 16:26 Uhr
