Anzeige am Pannen-ICE mit der Aufschrift: "Endbahnhof. Nicht einstiegen!"

Neuer Fahrplan, neue Panne Endbahnhof Erfurt statt Berlin

Stand: 10.12.2017 21:39 Uhr

Es war die größte Fahrplanumstellung seit Langem - und sie hat laut Bahn gut geklappt. Doch ausgerechnet auf der neuen Prestige-Strecke, die Grund für die große Umstellung war, klappte es schon wieder nicht wie geplant. Für ICE 1004 hieß es: Endbahnhof Erfurt statt Berlin.

Mit dem regulären Start der Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und München hat die Deutsche Bahn die größte Fahrplanumstellung der vergangenen Jahrzehnte verwirklicht. Jeder dritte Fernzug bundesweit musste angepasst werden. Die größte Veränderung gibt es naturgemäß auf der neuen Strecke zwischen Berlin und München. Hier verkürzt sich die Reisezeit deutlich: von mehr als sechs auf rund vier Stunden - sofern alles nach Plan läuft.

Gerade auf dieser neuen Prestige-Strecke klappte es aber am ersten regulären Betriebstag nicht völlig mit dem neuen Plan. Wegen eines technischen Problems verspätete sich ein ICE stark. Der Zug musste zunächst in Nürnberg etwa 20 Minuten lang halten, durfte danach zwar weiterfahren - aber nicht auf der neuen Strecke.

Um die Hochgeschwindigkeitsstrecke nicht zu blockieren, wurde er über Würzburg nach Erfurt umgeleitet, wo die Fahrgäste dann aussteigen und in einen anderen Zug umsteigen mussten. In Berlin kamen sie schließlich mit fast dreistündiger Verspätung an. Pro Tag sind auf der Strecke laut Bahn 35 ICE-Züge unterwegs. Einige kamen laut Bahn am ersten Betriebstag sogar etwas zu früh an.

Erste Panne ausgerechnet im Zug mit Premierengästen

Es ist nicht die erste Panne auf der neuen Strecke. Am Samstag musste dort ein Zug wegen technischer Probleme mehrmals anhalten. Dabei handelte es sich ausgerechnet um einem Zug mit Ehrengästen, die auf der Rückfahrt von der Eröffnungsfeier in Berlin waren - was der Bahn viel Häme einbrachte. In München kamen sie mit über zwei Stunden Verspätung an.

Bahn verspricht bessere Anschlüsse

Grundsätzlich zeigte sich die Bahn selbst mit dem Fahrplanwechsel aber zufrieden. Der Start des regulären Betriebs am Sonntag verlief nach Unternehmensangaben "absolut plangemäß". Es sei der "größte seit seit Gründung der DB", teilte die Bahn mit und versprach zahlreiche "Angebotsverbesserungen": "17 Millionen Menschen in Deutschland profitieren von kürzeren Reisezeiten, neuen Direktverbindungen und besseren Anschlüssen."

Kritischer sieht das der Fahrgastverband "Pro Bahn" - vor allem mit Blick auf die Anschlüsse. Gerade in Bayern und in Thüringen seien viele Anschlüsse nicht optimal, sagte "Pro Bahn"-Sprecher Karl-Peter Neumann in der tagesschau. "Wenn man schon so viel Geld ausgibt und so viel macht, dann müsste es eigentlich überall passen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Dezember 2017 um 20:00 Uhr.

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