Logo der Facebook-Europazentrale in Dublin | Bildquelle: dpa

Für 19 Milliarden Dollar Facebook übernimmt WhatsApp

Stand: 20.02.2014 02:07 Uhr

Facebook, das weltgrößte soziale Online-Netzwerk, kauft den Rivalen WhatsApp. Dafür legt Facebook zunächst 16 Milliarden Dollar in bar und eigenen Aktien auf den Tisch, wie das US-Unternehmen am Abend ankündigte. Später sollen weitere drei Milliarden Dollar in der Form von Aktien an die Gründer und Mitarbeiter fließen.

WhatsApp hat sich binnen kürzester Zeit als SMS-Alternative etabliert. Über die Smartphone-App können Nutzer Textnachrichten oder Fotos austauschen. Das Netzwerk hat mehr als 450 Millionen Nutzer, 70 Prozent davon schauen täglich vorbei.

"Die Welt offener machen"

"WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden", erklärte Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg. Deshalb sei der Dienst so wertvoll. Er kenne den WhatsApp-Gründer Jan Koum seit langem, so Zuckerberg. Nun sei er gespannt, mit ihm und seinem Team zusammenzuarbeiten, "um die Welt offener und stärker verbunden zu machen". Facebook selbst kommt auf mehr als 1,2 Milliarden Nutzer.

"Vor fast fünf Jahren begannen wir WhatsApp mit einer einfachen Mission: ein cooles, weltweit von allen genutztes Produkt zu schaffen. Nichts anderes war uns wichtig», schrieb Koum auf einem Blog. Die Partnerschaft mit Facebook werde ihnen erlauben, mit dieser Mission weiterzumachen. Mehr als eine Million Menschen eröffnen laut Firmenangaben pro Tag ein neues Konto bei dem Mitteilungsdienst.

Stefan Niemann, ARD Washington, zur Milliarden-Übernahme
nachtmagazin 00:30 Uhr, 20.02.2014

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WhatsApp soll werbefrei bleiben

Durch die Übernahme werde sich für die Nutzer nichts ändern, versprach WhatsApp. Der Dienst werde nach wie vor für eine kleine Gebühr nutzbar sein und keine Werbung werde die Kommunikation unterbrechen. "WhatsApp wird autonom bleiben und unabhängig agieren."

Auch Zuckerberg versicherte, dass das WhatsApp-Team seine Unabhängigkeit unter dem Dach von Facebook behalten werde. Wie sich der Kaufpreis letztlich rechnen soll, ließ Zuckerberg offen. Zunächst einmal gehe es darum, dass der Dienst weiter wachse auf "eins, zwei oder drei Milliarden Mitglieder", sagte Zuckerberg. "Es gibt mehrere Wege, wie wir damit Geld verdienen können." Werbung zähle in seinen Augen nicht dazu.

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