Facebook-Gründer Mark Zuckerberg | Bildquelle: dpa

Fragestunde bei Facebook Künstliche Intelligenz und ein Dislike-Button?

Stand: 16.09.2015 07:33 Uhr

Während in Deutschland noch diskutiert wird, ob und wie Facebook gemeldete Hassbotschaften löschen kann, will Firmenchef Zuckerberg das Problem mit künstlicher Intelligenz lösen. Und: Der "Gefällt mir nicht"-Button könnte kommen.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Alle paar Monate stellt sich Mark Zuckerberg den Fragen seiner Kunden. Bei 1,5 Milliarden Facebook-Mitgliedern ist das logistisch nicht ganz einfach, aber immerhin ein paar Hundert lädt Facebook für sogenannte Q&As, also Fragestunden, in den Firmensitz ein. Und natürlich sammelt die Firma auch online Fragen ein, von denen dann einige wenige ausgewählt und dem Chef präsentiert werden.

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tagesschau 12:00 Uhr, 16.09.2015, Barbara Schmickler, NDR

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Es war ein Nutzer aus Florida, der in der Fragestunde auf die Flüchtlingskrise in Europa und seine Freunde dort zu sprechen kam: Wenn man auf Facebook bestimmte Fotos einstelle, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise, dann beschwerten sich manche Freunde, weil sie diese nicht sehen wollten. Ob Facebook nicht eine Möglichkeit schaffen könne, wenn man solche Bilder einstelle, die anderen erst etwas anklicken müssten, um sie zu sehen - und wer dies nicht wolle, sehe die Bilder auch nicht.

Man kann sich vorstellen, dass es um Fotos wie das des toten Aylan Kurdi am Strand von Bodrum ging. Zuckerberg hörte sich die Frage an und antwortete prompt: Das sei eine gute Idee. Auf diesem Gebiet könne Facebook sicher besser werden.

"Gefällt mir nicht"-Button soll kommen

Bei der Facebook-Fragestunde räumte Fimenchef Zuckerberg ein, dass das Unternehmen an einem "Gefällt mir nicht"-Button arbeite. Schon länger hatten Facebook-User gefordert, neben dem Button "Gefällt mir" ("Like") auch andere Möglichkeit nutzen zu wollen - wie "Tut mir leid", "Interessant" oder "Gefällt mir nicht".
"Heute ist ein besonderer Tag, denn heute ist der Tag, an dem ich tatsächlich sagen kann, dass wir daran arbeiten und kurz vor dem Beginn eines Tests stehen", sagte Zuckerberg. Sein Unternehmen habe dafür eine Weile gebraucht, "weil wir Facebook nicht in ein Forum verwandeln wollen, in dem Leute über die Einträge anderer Leute abstimmen". Zuckerberg räumte aber ein, dass es unpassend wäre, den "Gefällt mir"-Button zu nutzen, wenn es um einen Todesfall in der Familie oder die gegenwärtige Flüchtlingskrise gehe.

"In den nächsten fünf Jahren können wir das auf die Beine stellen"

Dann erklärte er kurz das aktuelle System: Wenn jemand problematische Inhalte sehe, könne er sie melden, und dann prüfe Facebook, ob die Richtlinien verletzt worden seien. Falls ja, werde der Inhalt gelöscht. Zuckerberg sagt weiter:

"Aber das Problem dabei ist: Wenn jemand den Inhalt meldet, hat er ihn schon gesehen und eine schlechte Erfahrung gemacht. Ich glaube, künstliche Intelligenz könnte solche Aufgaben erledigen. Im Moment haben wir noch keine Computer, die sich wie ein Mensch ein Foto anschauen und inhaltliche Aussagen darüber treffen können. Ich denke, in den nächsten fünf Jahren können wir das auf die Beine stellen."

Dann könnte Facebook solche Inhalte sensiblen Leuten gar nicht erst zeigen, aber auch eine Personalisierung wäre denkbar - manche Leute wollten solche Inhalte ja sehen. Er selbst halte das Foto für sehr wichtig, weil es Aufmerksamkeit für die Krise geschaffen habe.

Zuckerberg wurde aber noch grundsätzlicher: Mit Blick auf die Art, wie er die Facebook-Gemeinschaft leite, sei es interessant, wie man zu dieser Frage stehe. Denn manchmal sei es wichtig, dass die Leute wichtige Dinge sehen, auch wenn sie damit nicht einverstanden seien oder dadurch aufgewühlt würden.

Beim Bild des toten Jungen werden vermutlich mehr Nutzer mit dieser liberalen Haltung des Facebook-Gründers leben können, als wenn es um Aufrufe zum Fremdenhass geht. Aber bei der Fragestunde wurde immerhin deutlich, dass Zuckerberg sich über diese Themen durchaus Gedanken macht.

Fragestunde beim Facebook-Chef
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
16.09.2015 03:19 Uhr

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