Containerterminal Eurogate am Hamburger Hafen: Die deutschen Exporte wieder auf Rekordhoch | Bildquelle: dpa

Deutsche Wirtschaft Exporte im August zurückgegangen

Stand: 08.10.2015 09:59 Uhr

Deutsche Unternehmen haben im August deutlich weniger im Ausland verkauft als noch im Juli. Die Ausfuhren gingen um 5,2 Prozent zurück. Grund für die Entwicklung sind die schwächelnden Schwellenländer.

Die deutschen Exporte sind im August wegen der schwachen Nachfrage aus großen Schwellenländern so stark eingebrochen wie seit der weltweiten Finanzkrise nicht mehr. Sie fielen um 5,2 Prozent zum Vormonat. "Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009", erklärte das Statistische Bundesamt. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,2 Prozent gerechnet, nachdem es im Juli noch ein Plus von 2,2 Prozent gegeben hatte.

Die geringere Nachfrage aus wichtigen Schwellenländern dürfte dabei eine Rolle gespielt haben. "Die Schwäche von China, Brasilien, Russland und Co. schlägt sich nieder", sagte der Europa-Chefvolkswirt der Nordea-Bank, Holger Sandte. "Sie trifft Deutschland stärker als andere europäische Länder, weil die Unternehmen dort stärker engagiert sind." Rund 30 Prozent der Exporte gingen dorthin. "Die kommenden Monate werden zeigen, ob das der Anfang einer schwächere Entwicklung ist oder nur ein Ausreißer. Bei mir wächst der Verdacht, dass eine schwächere Periode folgt."

Auch die Zahl der Ferientage könnte eine Rolle spielen

Auch die Aufwertung des Euro im Vergleich zu vielen Währungen der Schwellenländer könne sich negativ bemerkbar machen, sagte HSBC-Experte Stefan Schilbe: "Das macht deutsche Güter dort teurer." Auch die späte Lage der Sommerferien in Deutschland, die diesmal stärker in den August hineinragten als normalerweise üblich, könnte Experten zufolge zum Einbruch beigetragen haben. Dadurch waren zuvor bereits Produktion und Industrieaufträge merklich gefallen, wie das Bundeswirtschaftsministerium erklärte. "Die Zahl der Ferientage im August war diesmal höher als normal", sagte Ökonom Stefan Schilbe. "Das könnte eine Rolle gespielt haben."

Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 88 Milliarden Euro ins Ausland. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl hingegen gar nicht schlecht, denn hier sind es fünf Prozent mehr als im August 2014. Dafür sorgte vor allem die starke Nachfrage aus Ländern außerhalb der EU - also etwa der Handel mit den USA. Hier gab es ein Anstieg von 6,8 Prozent. Die Exporte in die Euro-Zone erhöhten sich um 2,1 Prozent.

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