Mehr Langstreckenjets für die Flotte der Lufthansa-Billigtochter Eurowings

Tarifkonflikt bei Kabinenpersonal Ufo bestreikt Eurowings und Germanwings

Stand: 26.10.2016 17:49 Uhr

Das Kabinenpersonal von Eurowings und Germanwings wird am Donnerstag ganztägig streiken. Das teilte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo mit. Betroffen sind die Flughäfen in Hamburg, Düsseldorf, Köln, Dortmund, Hannover, Stuttgart und Berlin.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo weitet ihren für Donnerstag geplanten Streik bei Eurowings auf die größere Schwestergesellschaft Germanwings aus. Damit ist nahezu das gesamte Europanetz der Lufthansa-Billig-Plattform Eurowings von Ausfällen und Verspätungen bedroht. Betroffen sind voraussichtlich mehr als 50.000 Fluggäste.

Wie bei der Eurowings GmbH mit den Standorten Hamburg und Düsseldorf sind auch die Flugbegleiter der Germanwings zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Betroffen sind hier die Flughäfen Düsseldorf, Köln, Dortmund, Hannover, Stuttgart, Berlin und Hamburg.

Bei Germanwings seien die Tarifverhandlungen für Teilzeitregelungen der Flugbegleiter gescheitert, teilte die Gewerkschaft mit. Das habe die Tarifkommission der Ufo festgestellt. "Auf unser Forderungspaket wurde nicht eingegangen, mehrere Termine fielen ersatzlos aus und das 'Angebot' von Germanwings zu Teilzeiten lässt eine Entlastung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht zu", sagte Ufo-Verhandlungsführerin Sylvia De la Cruz einer Mitteilung zufolge. "Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Interessen im Rahmen eines Arbeitskampfes durchzusetzen."

Eurowings hat kein Verständnis für Streik

Bei den Eurowings-Verhandlungen, die bis Mittwochmorgen andauerten, hatte die Ufo nach eigenen Angaben zuletzt eine Schlichtung nach dem Vorbild der Eurowings-Mutter Lufthansa vorgeschlagen, wo unter Leitung des Ex-SPD-Politikers Matthias Platzeck Lösungen gefunden worden waren. Die Eurowings-Geschäftsführung habe sich kurzfristig dazu nicht in der Lage gesehen und lediglich mitgeteilt, dass sie den Vorschlag prüfen werde, berichtete die Gewerkschaft. Bis zum Nachmittag sei keine Zusage erfolgt. Die Ufo-Verhandlungsführerin De la Cruz warf dem Unternehmen daraufhin eine Verzögerungstaktik vor.

Eurowings beharrte seinerseits darauf, dass man zu allen offenen Tarifthemen eine Schlichtung angeboten habe. Den Flugbegleitern habe man bei einer Laufzeit von 39 Monaten Gehaltserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent und eine höhere Gehaltsstruktur angeboten. Für die Streikdrohung habe man daher kein Verständnis.

In dem Tarifstreit geht es um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 400 Flugbegleiter der in Düsseldorf sitzenden deutschen Fluggesellschaft Eurowings GmbH, die 23 von bislang 90 Mittelstreckenjets der expandierenden Lufthansa-Billigplattform Eurowings betreibt. Es ist unklar, ob Ufo in der Belegschaft die Mehrheit vertritt, da auch die DGB-Gewerkschaft ver.di dort Mitglieder organisiert.

Auch Streiks bei Germanwings
B. Scholtes, DLF
26.10.2016 19:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Oktober 2016 u.a. um 17:00 Uhr.

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