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[Bildunterschrift: Das Geld in der Euro-Zone ist immer weniger wert. ]
Mit einer Inflationsrate von vier Prozent hat die Teuerung in der Eurozone im Juni einen Rekord erreicht. Der bisherige Rekordwert von 3,7 Prozent im Mai sei damit deutlich übertroffen worden, teilte das europäische Statistikamt Eurostat auf Grundlage einer vorläufigen Schätzung mit. Es ist das erste Mal seit Beginn der regelmäßigen Inflationsmessungen durch Eurostat im Jahr 1997, dass die Preise um vier Prozent über dem Vorjahresmonat liegen.
Die EU-Kommission zeigte sich über den Höchststand der Inflationsrate besorgt. "Das ist eine schlechte Zahl", sagte EU-Währungskommissar Joaquin Almunia. "Wir müssen eine Inflationsspirale vermeiden." So dürfe es nicht zu Zweitrundeneffekten kommen - also zu einem starken Anstieg der Löhne in Reaktion auf den Verbraucherpreisanstieg.
Zahlen für einzelne Mitgliedstaaten nannte Eurostat nicht. Für Deutschland hatte das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen eine Jahresinflationsrate im Juni von 3,3 Prozent gemeldet. So stark stiegen die deutschen Preise seit fast 15 Jahren nicht mehr. Vor allem die Entwicklung der Energiepreise dürfte für den deutlichen Anstieg der Inflation ursächlich sein.
Damit liegt die Teuerung in der Eurozone inzwischen mehr als doppelt so hoch wie von der Europäischen Zentralbank (EZB) anvisiert. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer Jahresinflation von unter zwei Prozent erreicht. Die nun vorgelegten Daten dürften die EZB darin bestätigen, dass die Risiken für die Preisstabilität in der Eurozone weiter gestiegen sind. Vor diesem Hintergrund hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bereits Anfang des Monats für die am Donnerstag anstehende Juli-Ratssitzung der Notenbank eine Leitzinserhöhung signalisiert.
Die vorläufige Schätzung bezieht sich auf frühe Datenangaben aus neun der 15 Staaten der Währungsunion, darunter Deutschland. Sie ist in der Regel sehr zuverlässig: Von den 24 vorläufigen Schätzungen der vergangenen zwei Jahre waren laut Eurostat 14 exakt, die übrigen zehn wichen nur um 0,1 Prozentpunkte von der endgültig festgestellten Inflationsrate ab.
In die Inflationsmessung von Eurostat gehen Lebensmittel- und Energiepreise, Wohnungsmieten und Telefongebühren, die Kosten für Kleidung, Körperpflege und Haushaltsgeräte, aber auch für Fahrzeuge, Unterhaltungselektronik und Restaurantbesuche ein. Auch die Kosten für Bankdienstleistungen und einzelne Versicherungen werden berücksichtigt.
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