Traubenzucker wird zum Mund geführt | Bildquelle: dpa

Europäischer Gerichtshof "Gesunder Traubenzucker" - nicht erlaubt

Stand: 08.06.2017 13:47 Uhr

Der Europäische Gerichtshof hat bestimmte Gesundheitsangaben in der Werbung für Traubenzucker verboten. So darf der deutsche Hersteller Dextro Energy auch künftig nicht mit angeblichen gesundheitlichen Vorzügen werben.

Von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

Wer sich unterzuckert fühlt, greift gerne zur Banane - nach dem Motto: Eine Banane geht schnell ins Blut. Doch noch schneller - nämlich ohne Zwischenhalt an der Darmwand - geht die Glucose ins Blut, auch bekannt als Traubenzucker oder Dextrose, verpackt in kleinen Glukosewürfelchen.

Dass Traubenzucker positive Effekte für den Energiestoffwechsel hat, stimmt zwar - diese Tatsache darf aber laut EuGH auf der Verpackung von Glucosetäfelchen trotzdem nicht erwähnt werden, weil Zucker gesundheitsschädlich ist. Der Verbraucher soll deshalb weniger davon konsumieren und nicht durch Hinweise auf die Stoffwechseleffekte durch Traubenzucker verwirrt werden.

So haben es die EU-Staaten und das Europäische Parlament 2006 beschlossen, so steht es auch in einer Verordnung der EU-Kommission. Und deshalb hat laut Europäischem Gerichtshof die EU-Kommission Recht, wenn sie dem deutschen Unternehmen Dextro Energie verbietet, auf der Verpackung seiner Traubenzuckertäfelchen bestimmte gesundheitliche Tatsachen festzustellen.

Ziel: Zuckerkonsum reduzieren

"Glucose wird im Rahmen des normalen Energiestoffwechsels verstoffwechselt. Glucose trägt zu einem normalen Energiegewinnungsstoffwechsel bei körperlicher Betätigung bei. Glucose trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei": Diese Aussagen über die Wirkung von Traubenzucker sind zwar laut einer Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wissenschaftlich bewiesen, dennoch dürfen sie nicht auf die Verpackung von Glucosetäfelchen gedruckt werden - und zwar auch dann nicht, wenn sie ergänzt werden um Warnhinweise auf die Gefahren des Zuckerkonsums.

Die Begründung: Der Verbraucher soll laut EU-Recht nicht verwirrt werden, und vor allem soll er weniger Zucker konsumieren. So hat es der Europäische Gerichtshof in zweiter und letzter Instanz entschieden. Das Unternehmen Dextro Energie ist also mit dem Antrag aus dem Jahre 2011 endgültig gescheitert, gesundheitsbezogene Angaben auf ihre klassischen Traubenzuckerwürfel zu drucken.

Mit seinem Urteil signalisiert der Europäische Gerichtshof allen Traubenzucker-Produzenten in der EU: Traubenzucker darf auf der Verpackung nicht als gesundheitsfördernd beworben werden.

(AZ: C-296/16 P)

Keine Zucker- Werbung : Dextro Enery GMBH verliert vor EuGH
R. Sina, ARD Brüssel
08.06.2017 12:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Juni 2017 um 06:41 Uhr.

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