Schriftzug der Schweizer Bank Credit Suisse | Bildquelle: AFP

Verbindungen zu Credit Suisse Großrazzien gegen Steuerbetrüger

Stand: 31.03.2017 19:24 Uhr

Es ist eine großangelegte Jagd auf Steuerbetrüger: In den Niederlanden, Deutschland und anderen europäischen Ländern haben Behörden koordinierte Razzien durchgeführt und Verdächtige festgenommen. Hintergrund sind verdächtige Konten bei einer Schweizer Bank.

Es geht um den Verdacht des Steuerbetrugs: In mehreren europäischen Staaten sowie in Australien haben Behörden Ermittlungen gegen Dutzende Personen aufgenommen. Die federführenden niederländischen Behörden teilten mit, dass bei international koordinierten Razzien zwei Verdächtige festgenommen wurden. Zudem seien ein Goldbarren, Luxusautos, Dutzende Gemälde, Immobilien, Schmuck und Bankkonten sowie Daten von Tausenden Kontoinhabern beschlagnahmt worden.

Man habe Hinweise auf 3800 niederländische Kontoinhaber erhalten, die "viele Millionen Euro" auf schweizerischen Bankkonten versteckt hätten, hieß es. Ähnliche Durchsuchungen seien in Großbritannien, Australien und Frankreich im Gange.

Auch Deutschland ist an den Ermittlungen beteiligt. Hier leitete die Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungsverfahren "gegen Kunden einer Bank" eingeleitet, teilte ein Sprecher mit. Darüber hinaus wolle er mit Rücksicht auf das Steuergeheimnis keine weiteren Angaben machen.

Verbindungen zur Credit Suisse

Bereits am Donnerstag seien die Räume der Schweizer Großbank Credit Suisse in London, Paris und Amsterdam durchsucht und Unterlagen mitgenommen worden, sagte ein Sprecher der Bank. Die Aktion stand demnach im Zusammenhang mit Steuerangelegenheiten von Kunden. Es gebe rund 55.000 verdächtige Konten bei dem Geldhaus.

Die Bank arbeite mit den Behörden zusammen, teilte der Sprecher mit. Die niederländische Steuerbehörde hatte Credit Suisse nicht namentlich genannt. Das Geldinstitut wende die vereinbarten Abkommen zur Steuertransparenz in allen Ländern an und habe Beziehungen zu "nicht steuerkonformen" Kunden beendet, hieß es weiter.

Empörung in der Schweiz

Die Schweizer Behörden zeigten sich befremdet, dass sie bei diesem Einsatz nicht einbezogen worden waren. "Die geltenden Gepflogenheiten und Regeln der internationalen Zusammenarbeit und des Rechtshilfeverkehrs sind hier offensichtlich nicht eingehalten worden", teilte die Bundesanwaltschaft mit. Sie erwarte eine schriftliche Erklärung der niederländischen Behörden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. März 2017 um 15:00 Uhr

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