Elektroautos werden betankt

Elektromobilität Stromtankstellen in ganz Europa

Stand: 29.11.2016 11:26 Uhr

Bei Elektroautos gibt es nach wie vor einen großen Nachteil: die Reichweite. Daher wollen verschiedene Autobauer nun gemeinsam ein europaweites Netz von Schnellladestationen aufbauen. Das Stromtanken soll dort nur wenige Minuten dauern.

Die großen deutschen Autohersteller und der US-Hersteller Ford planen den gemeinsamen Bau von Schnellladestationen für E-Autos. Daimler, BMW, der Volkswagen-Konzern mit seinen Töchtern Audi und Porsche sowie Ford unterschrieben eine Absichtserklärung für ein entsprechendes Gemeinschaftsprojekt. Sie wollen von 2017 an in einem ersten Schritt 400 Schnellladestationen entlang der großen Verkehrsachsen in Europa aufbauen.

Bis 2020 sollten Kunden Zugang zu Tausenden solcher Hochleistungsladepunkten haben. Die Stromtankstellen sollen an den wichtigsten Autobahnen und viel befahrenen Durchgangsstraßen errichtet werden und batteriebetriebenes Fahren damit über längere Strecken ermöglichen.

Wettlauf um Stromtankstellen

Das Vorhaben läuft parallel zu den Plänen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, 400 Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge an Autobahn-Raststätten aufzustellen. Zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur stellt der Bund 300 Millionen Euro bis 2020 zur Verfügung, davon zwei Drittel für Schnellladesäulen. Mit ihrem eigenen Projekt folgen die Autobauer dem Beispiel des amerikanischen Elektroauto-Pioniers Tesla, der in Europa entlang von Autobahnen bereits mehr als 700 Ladestationen mit fast 5000 Ladeplätzen betreibt. Den Tesla-Kunden wurde der Strom bislang geschenkt. Das ändert sich aber im kommenden Jahr, zumindest für Neukunden.

Ein Elektroauto an der Steckdose.
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Knackpunkt Reichweite - der Verkauf von Elektroautos läuft nach wie vor schleppend.

Wenige Minuten Ladezeit

Preise für die Ladestationen der deutschen Autohersteller stünden noch nicht fest, weil dies noch mit Energieversorgern festgelegt werde müsse, sagte ein Daimler-Sprecher. Es sei aus jetziger Sicht aber eher nicht geplant, den Strom kostenlos abzugeben. Die Stationen der deutschen Autobauer sollen für CCS-Stecker (Combined Charging System) ausgelegt sein und eine Leistung von 350 Kilowatt unterstützen. Batterien sollen dort binnen weniger Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden können. Zum Vergleich: An einer Steckdose in der eigenen Garage dauert das Laden einer herkömmlichen Elektroauto-Batterie sieben bis acht Stunden.

Kaum Nachfrage nach E-Autos

Klar ist, dass mit der Investition in die Infrastruktur der Verkauf von E-Autos angekurbelt werden soll. Denn trotz der vieldiskutierten Prämie, die es seit diesem Jahr für neue Elektroautos gibt, läuft der Verkauf nur schleppend an. Beim zuständigen Bundesamt Bafa gingen bis Ende Oktober knapp 5800 Anträge für eine 4000-Euro-Prämie für reine "Stromer", sogenannte Plug-In-Hybride mit kombiniertem Benzin- und Stromantrieb sowie ein einziges Brennstoffzellen-Fahrzeug ein.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. November 2016 um 15:30 Uhr in der Wirtschaft.

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