VW-Logo über dem Verwaltungshochhaus auf dem Volkswagen Werk Wolfsburg | Bildquelle: dpa

Löhne in Deutschland Wolfsburger Spitzenreiter beim Einkommen

Stand: 08.01.2017 08:22 Uhr

Wo verdienen die Bundesbürger am meisten, wo am wenigsten? Das wollte die Linkspartei wissen. Die Antwort der Regierung: In Wolfsburg verdienen die Menschen im Mittel am meisten, im Erzgebirgskreis am wenigsten.

Wolfsburg ist die Stadt mit den im Mittel höchsten Löhnen in Deutschland - im Erzgebirgskreis verdienen die Menschen am wenigsten. Das geht aus der Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach liegt das mittlere monatliche Bruttoeinkommen in Wolfsburg bei 4610 Euro, gefolgt von Ingolstadt mit 4545 Euro, Ludwigshafen mit 4491 Euro und Erlangen mit 4486 Euro. Wolfsburg ist der Hauptsitz des Autokonzerns VW, Ingolstadt von Audi, in Ludwigshafen hat der Chemieriese BASF seinen Sitz.

Im Erzgebirgskreis liegt das monatliche Bruttoentgelt im Mittel bei 2036 Euro. Den vorletzten Platz belegt der Kreis Vorpommern-Rügen mit 2057 Euro, gefolgt vom Kreis Elbe-Elster mit 2060 Euro und Görlitz mit 2068 Euro. Stichtag für die Erhebung war der 31. Dezember 2015.

Einkommen in Deutschland
Region (Arbeitsort)Median in Euro
Wolfsburg, Stadt4610
Ingolstadt, Stadt4545
Ludwigshafen am Rhein, Stadt4491
Erlangen, Stadt4486
[...]
Görlitz2068
Elbe-Elster2060
Vorpommern-Rügen2057
Erzgebirgskreis2036
Deutschland3084

Berechnet wurde nicht das Durchschnitts-, sondern das sogenannte Medianeinkommen, das aufzeigt, was die eine Hälfte der Bevölkerung höchstens und die andere mindestens verdient. Der Medianwert ist beim Vergleich von Einkommen in der Regel aussagekräftiger als das Durchschnittseinkommen: Menschen, die extrem viel verdienen, fallen dabei im Gegensatz zu Beziehern mittlerer und niedriger Einkommen weniger ins Gewicht.

Eine Erklärung für die enormen Unterschiede ist die ungleiche Verteilung der Geringverdiener. In den vier Städten mit den höchsten Einkommen sind nur zwischen acht und zwölf Prozent Bezieher niedriger Einkommen mit weniger als zwei Dritteln des mittleren Lohns. In den vier Kreisen und Städten am unteren Ende der Skala ist rund jeder zweite ein Geringverdiener. Bundesweit sind es 20 Prozent.

"Keine gleichwertigen Lebensverhältnisse"

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann hatte nach den vier Kreisen und kreisfreien Städten mit den niedrigsten und den höchsten mittleren Bruttoarbeitsentgelten pro Monat gefragt. Zu den Ergebnissen sagte sie: "Angesichts der deutlichen regionalen Lohnunterschiede kann nicht von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland gesprochen werden." Ein Scheinargument sei es, wenn die geringeren Lebenshaltungskosten in Niedriglohnregionen angeführt würden. "Im Erzgebirgskreis kostet ein Auto oder der Einkauf im Supermarkt eben nicht die Hälfte weniger als wie in Hochlohnregionen."

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 08. Januar 2017 um 21:45 Uhr

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