Einkaufswagengriffe mit der Aufschrift Kaiser´s | Bildquelle: dpa

Kaiser's Tengelmann Rewe und Edeka einig bei Vertrag

Stand: 02.12.2016 10:59 Uhr

Rewe und Edeka haben sich über den Verkauf von Kaiser's Tengelmann-Filialen geeinigt. Der Kaufvertrag gehe jetzt zur Prüfung ans Bundeswirtschaftsministerium, teilte Rewe mit. Für die Kaiser’s Tengelmann-Mitarbeiter sieht damit fast alles gut aus.

Von Demian von Osten und Ingrid Bertram, WDR

Die Supermarktketten Edeka und Rewe haben sich auf einen Kaufvertrag für Kaiser's Tengelmann-Filialen geeinigt. Das teilten beide Unternehmen mit. Nach monatelangem Streit ist vereinbart worden, dass Edeka 66 Kaiser's Tengelmann-Filialen an Rewe verkauft. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Dafür will Rewe eine Klage gegen die Übernahme von Kaiser's Tengelmann vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf zurückziehen.

Zwar ist der Vertrag noch nicht unterschrieben, aber laut Insidern handelt es sich jetzt nur noch um technische Details. Der Vertrag gehe heute zur Prüfung an das Bundeswirtschaftsministerium, heißt es in der Mitteilung. Kommende Woche könnte er unterschrieben werden. Dann würde auch Rewe seine Klage zurückziehen. "Darüber hinaus konnten die notwendigen Tarifverträge mit den Gewerkschaften ver.di und NGG abgeschlossen werden", teilt Rewe mit. Das ist wichtig für die Mitarbeiter, denn nur so kann die Ministererlaubnis greifen. Sie legt fest, dass die Mitarbeiter eine fünfjährige Garantie auf ihren Arbeitsplatz haben.

Rewe und Edeka einigen sich auf Kaufvertrag für Kaiser's Tengelmann
tagesschau 20:00 Uhr, 02.12.2016, Demian von Osten, WDR

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Jahrelanges Gezerre

Der Streit um die Übernahme von Kaiser's Tengelmann macht seit Jahren Schlagzeilen. Edeka wollte die Kette zunächst übernehmen, jedoch befürchteten Kartellbehörden, dass Marktführer Edeka dadurch zu stark werde. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ermöglichte die Übernahme trotzdem, Konkurrent Rewe klagte dagegen. In Schlichtergesprächen einigten sich alle Seiten schließlich darauf, dass ein Teil der Kaiser's Tengelmann-Filialen statt an Edeka an Rewe geht. Es handelt sich dabei um 66 Kaiser's Tengelmann-Filialen, 62 in Berlin, zwei in Nordrhein-Westfalen und zwei in Bayern. Sie sollen schon ab Januar zu Rewe gehören.

Doch ist es mit dem Anschrauben eines Rewe-Logos nicht getan: Produkte müssen ausgetauscht, Lieferketten angepasst werden. Nach Einschätzung von Experten kann das mehrere Monate dauern. Künftig werden laut Kaiser's Tengelmann-Betriebsrat Rainer Schroers drei unterschiedliche Namen an den bisherigen Kaiser’s Filialen auftauchen: Entweder Rewe, oder Netto - die Discountermarke von Edeka - oder "Edeka-Schnellkauf". Für letztere soll ein neues Tochterunternehmen gegründet werden. Die Kunden erwarte das volle Sortiment eines Supermarktes.

Gabriel zur Einigung bei Kaiser's Tengelmann

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel begrüßt die Einigung zwischen Rewe und Edeka: "Damit ist der Weg frei für die finalen Schritte, die jetzt zügig erfolgen können", sagte er. "Ich bin zuversichtlich, dass in der nächsten Woche die Ministererlaubnis vollzogen werden kann." Die 15.000 Beschäftigten müssten nach einer langen Zeit der Unsicherheit "jetzt nicht länger um ihren Arbeitsplatz bangen". Sie könnten wieder mit Zuversicht in die Zukunft schauen.

15.000 Arbeitsplätze erst einmal gesichert

Die Mitarbeiter von Kaiser's Tengelmann können eigentlich jetzt aufatmen. Mehr als 15.000 Arbeitsplätze sind jetzt für fünf Jahre gesichert. Sollte danach ihr Arbeitsplatz verloren gehen, hätten sie noch weitere zwei Jahre Anspruch auf Bestandsschutz. Aber so richtig will sich die Erleichterung nicht einstellen, sagt Schroers. Zu sehr waren die vergangenen zwei Jahre ein Auf und Ab der Gefühle. Das Schlimmste war, dass man nicht wusste, "wer eigentlich am Verhandlungstisch saß und über unser Schicksal entscheidet". Jetzt habe man man aber doch noch zur bestmöglichen Lösung gefunden.

Allerdings bleibt noch ein Rest Unsicherheit. Wenn das Ministerium den Vertrag überprüft hat, muss noch das Bundeskartellamt zustimmen. Gleichzeitig will Rewe die Klage gegen die Ministererlaubnis zurückziehen. Dann erst kann der Verkauf zum 1. Januar 2017 vollzogen werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Dezember 2016 um 11:50 Uhr.

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