Eine Abgasuntersuchung für Dieselmotoren | Bildquelle: dpa

Studie zu Abgaswerten Diesel-Pkw belasten Umwelt stärker als Lkw

Stand: 06.01.2017 11:23 Uhr

Moderne Diesel-Pkw stoßen einer Studie zufolge mehr giftige Stickoxide aus als Lkw oder Busse. Die Wissenschaftler kritisieren die gängigen Messmethoden. Die Forderung: Abgastests im Labor rasch durch Messungen im echten Verkehr ergänzen.

Moderne Dieselautos stoßen mehr als doppelt soviel giftige Stickoxide (NOx) aus wie Laster oder Busse. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT), eines unabhängigen Forschungsinstituts. Demnach gäben Autos mit der neuen Euro-6-Schadstoffklasse im realen Betrieb im Schnitt etwa 500 Milligramm NOx pro Kilometer ab, während es bei Lastern und Bussen mit 210 Milligramm weniger als die Hälfte seien. Messe man den Schadstoffausstoß am Spritverbrauch, seien die Autowerte sogar zehnmal so hoch.

ICCT-Studie zu Stickoxiden bei Diesel-PKW
tagesschau 17:00 Uhr, 06.01.2017, Justus Kliss, RBB

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Der ICCT beruft sich bei den Angaben für die Dieselautos auf Untersuchungen verschiedener europäischer Behörden wie des Kraftfahrtbundesamts im Zuge des Abgasskandals bei Volkswagen. Zum Vergleich wurden 24 Busse und Lkw herangezogen, die den Nutzfahrzeugstandard Euro VI erfüllten. "Schon alleine der direkte Vergleich der Fahrzeugemissionen je Kilometer ist erstaunlich genug", urteilte ICCT-Forscherin Rachel Muncrief. "Bezogen auf den Kraftstoffverbrauch, unter Berücksichtigung der höheren Lastanforderungen für Lkw und Busse, liegen die Stickoxid-Emissionen von Diesel-Pkw jedoch sogar um einen Faktor zehn höher als die vergleichbaren Werte für Nutzfahrzeuge."

ICCT: Verbund von Umwelt- und Technikforschern

Als Verbund von Umwelt- und Technikforschern aus verschiedenen Ländern hat sich der International Council on Clean Transportation (ICCT) in den vergangenen Jahren vor allem mit der Autoindustrie angelegt. Die nach eigenen Angaben unabhängige und über Stiftungsgelder finanzierte Organisation gehörte zusammen mit der West Virgina University zu den Enthüllern des VW-Abgasskandals in den USA.

Ihre Daten aus selbst durchgeführten Fahrzeugtests führten maßgeblich dazu, dass sich die Umweltbehörden den Schadstoffausstoß von Dieselautos genauer anschauten - "Dieselgate" war die Folge. Ein Schwerpunkt der Wissenschaftler sind die Konsequenzen des wachsenden globalen Verkehrs für Klima und Luftqualität.

Ein Beirat mit Vertretern aus Behörden und Forschungseinrichtungen soll die Arbeit unterstützen. Heute hat der 2005 gegründete ICCT etwa 40 feste Mitarbeiter. Europa-Chef ist der Ingenieur und Chemiker Peter Mock, der zuvor unter anderem in der Umweltabteilung des Daimler-Konzerns tätig war.

Grund ist das Messverfahren

Zurückzuführen sei dies vor allem auf "unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen" für Abgastests bei den verschiedenen Fahrzeugtypen. So würden bei Lkw und Bussen bereits seit Jahren die Werte im realen Betrieb auf den Straßen gemessen. Dort müssten die Grenzwerte eingehalten werden. Bei den Autos werden die Grenzwerte zwar bei präparierten Fahrzeugen auf Prüfständen meist eingehalten, die tatsächlichen Werte weichen davon aber weit ab. Dies soll ab Herbst geändert werden, wenn die EU ein neues Messverfahren für die Zulassung einführt, das sich am realen Betrieb orientieren soll.

Die ICCT-Experten erwarten dadurch zwar eine deutliche Verbesserung der Pkw-Werte, sehen jedoch weiteren Handlungsbedarf. So sollen nach jetzigen Planungen von den Herstellern ausgewählte Fahrzeuge auf der Straße getestet werden. Der ICCT plädiert aber für normale Serienautos aus Kundenhand. Zudem sollte es später stichprobenhaft Nachkontrollen geben. Details der neuen Messverfahren müssen noch auf EU-Ebene geklärt werden.

Der ICCT hatte mit Untersuchungen maßgeblich dazu beigetragen, dass der VW-Schwindel mit Abschalteinrichtungen für die Abgasreinigung in den USA aufgedeckt wurde. In den vergangenen Monaten prangerte das Institut immer wieder hohe Abgas- und Verbrauchswerte bei Autos an.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Januar 2017 um 06:05 Uhr

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