Deutsche Bank Türme

Deutsche Bank Befreiungsschlag aus der Krise?

Stand: 05.03.2017 16:45 Uhr

Die Deutsche Bank will mit frischem Geld Lücken stopfen, die durch die unzähligen Rechtsstreitigkeiten entstanden sind. Sie beschloss eine massive Kapitalerhöhung von acht Milliarden Euro. Doch es gibt noch weitere Maßnahmen.

Von Klaus-Rainer Jackisch, HR

Spannung lag in der Luft und ein Hauch von Krise, als sich der Aufsichtsrat heute Vormittag traf. Auch die Mission war heikel, doch offenbar unumgänglich: Obwohl Vorstandschef John Cryan sich immer wieder dagegen gesträubt und Aktionären das Gegenteil versprochen hatte, beschloss die Bank eine massive Kapitalerhöhung von acht Milliarden Euro. Damit sollen die Lücken in der Kapitaldecke gestopft werden, die vor allem die unzähligen Rechtsstreitigkeiten gekostet haben.

Allein im vergangenen Jahr hatte die Bank wegen ihrer Verstrickungen einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro verbucht, im Jahr zuvor waren es 6,7 Milliarden. Weil sich dadurch die Eigenkapitalquote deutlich verringerte, gab es schon seit langem Spekulationen, Europas größtes Kreditinstitut könnte Schwierigkeiten haben, den schärferen Anforderungen der Bankenaufsicht nachzukommen.

Deutsche Bank kündigt Kapitalerhöhung an
tagesschau 20:00 Uhr, 05.03.2017, Klaus-Rainer Jackisch, HR

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Doch auch diese Maßnahme reicht nicht aus. Deshalb soll auch ein Teil der gut laufenden Vermögensverwaltung an die Börse gebracht werden. Auch dies dürfte noch einmal etwa zwei bis zweieinhalb Milliarden Euro in die Kasse spülen.

Postbank soll integriert werden

Außerdem beschloss der Aufsichtsrat, die Postbank nicht zu verkaufen, sondern in den Konzern vollends zu integrieren. Jahrelang war das gelbe Institut ein Klotz am Bein, weil es mehr Probleme machte als Geld verdiente. Deshalb sollte es verkauft werden. Doch es fand sich kein Interessent, der es übernehmen wollte. Was der jetzige Beschluss für die Postbank bedeutet, ist noch unklar. Aber auf eine Schrumpfung wird sich die Tochter wohl einrichten müssen.

Cryan soll entlastet werden

Vorstandschef der Deutschen Bank, John Cryan
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Vorstandschef Cryan vollzieht eine Kehrtwende: Lange Zeit hatte er sich gegen eine Kapitalerhöhung gesträubt.

Schließlich beschloss das Institut zwei Personalentscheidungen, die vor allem Vorstandschef John Cryan nicht unbedingt gefallen dürften: Der Chef des Privat- und Firmenkundengeschäfts, Christian Sewing, sowie Finanzchef Marcus Schenck werden stellvertretende Co-Vorstandschefs. Die Bank stellt dies als Entlastung für Cryan dar. Einige Beobachter sehen darin jedoch eine schleichende Entmachtung des Briten.

Schlussstrich unter Tricksereien

Mit den jetzigen Entscheidungen will die Deutsche Bank einen Befreiungsschlag starten und einen radikalen Schlussstrich unter ihre unrühmliche jüngste Vergangenheit ziehen. Tricksereien und Manipulationen in allen möglichen Finanzsektoren, Kunden, die bei Hypotheken-Geschäften übers Ohr gehauen wurden und Steuer-Manipulationen hatten das Image des größten deutschen Kreditinstituts völlig marodiert.

Rechtsstreitigkeiten beschäftigen Abteilungen

Die Bank beschäftigt ganze Abteilungen, die sich mit den Tausenden von Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen. Die kostet Unsummen und führte das Institut soweit in die Krise, dass Anfang vergangenen Jahres sogar über seine Solvenz spekuliert wurde. Auch gab es Sondierungsgespräche über eine Notfusion mit der Commerzbank, die aber ins Nichts führten.

An den Finanzmärkten wird der neueste Coup der Deutschen Bank positiv bewertet. Dort hofft man, dass mit dem Befreiungsschlag endlich reiner Tisch gemacht wird und somit die Plattform für einen Neunanfang entsteht.

Die Aktionäre allerdings dürften wenig begeistert sein. Der Aktienkurs, der erst vor wenigen Monaten bis rund zehn Euro abstürzte und sich wieder etwas berappelt hat, wird durch die Kapitalerhöhung nun weiter verwässert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. März 2017 um 17:00 Uhr.

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