Logo der Deutschen Bank an der Fassade der Hauptverwaltung | Bildquelle: AFP

Deutsche Bank Wegen der Krise weniger Boni

Stand: 18.01.2017 15:13 Uhr

Stellenstreichungen, Dividenden-Stopp, teurer Vergleich in den USA: Die Deutsche Bank steckt in wohl beispiellos schwierigen Zeiten. Der Vorstand hat sich selbst und anderen Führungskräften deswegen jetzt ein vergleichsweise mageres Jahr verordnet.

Die Deutsche Bank kappt die Boni ihrer Führungskräfte drastisch. Der Vorstand habe einstimmig entschieden, seine variable Vergütung für das Jahr 2016 deutlich zu reduzieren, erklärte Deutschlands größtes Geldhaus. Zudem erhielten weitere hochrangige Manager deutlich geringere Erfolgszahlungen für das vergangene Jahr: Ihnen werde nur ein gruppenbezogener, jedoch kein individueller Bonus gezahlt. Für das Jahr 2015 war der Bonuspool mit 2,4 Milliarden Euro gefüllt, er dürfte für das vergangene Geschäftsjahr um mindestens die Hälfte schrumpfen.

Betroffen von den Einschnitten sind den Angaben zufolge 25 Prozent der gut 100.000 Mitarbeiter.

"Harte Maßnahmen unumgänglich"

Der Vorstand habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, halte aber "harte Maßnahmen für unumgänglich", heißt es in einem Schreiben. "Das gilt gerade in Zeiten, in denen tausende Arbeitsplätze wegfallen und unsere Aktionäre keine jährliche Dividende erhalten."

In der Mitteilung verwies die Bank auch auf die kürzlich erfolgte Einigung mit dem US-Justizministerium im Streit über faule Hypothekenpapiere. Das Unternehmen zahlt dabei insgesamt 7,2 Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro). Diese Belastungen und auch das Jahresergebnis insgesamt ließen sich nun besser abschätzen, hieß es in dem Schreiben. Vor diesem Hintergrund sei die Bonuskürzung beschlossen worden.

Deutsche Bank kürzt Boni
S. Schreiber, HR
18.01.2017 15:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

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