Ein Güterzug der Deutschen Bahn | Bildquelle: dpa

Positives Betriebsergebnis Deutsche Bahn wieder in der Spur

Stand: 18.01.2017 10:48 Uhr

Nach einem Verlustjahr hat die Deutsche Bahn 2016 wieder ein Plus beim Betriebsergebnis erzielt - trotz der Krise im Güterverkehr und der Konkurrenz durch Fernbusse. Auch bei der Pünktlichkeit hat sich das Unternehmen verbessert, das eigene Ziel aber erneut verfehlt.

Auch dank eines harten Sparkurses hat die Deutsche Bahn für 2016 wieder ein positives Betriebsergebnis vermelden können: Vor Zinsen und Steuern verdiente der bundeseigene Konzern 1,8 Milliarden Euro, wie Bahnchef Rüdiger Grube bekanntgab. Damit hat das Unternehmen wieder das Niveau von 2014 erreicht. 2015 hatte die Bahn noch einen operativen Verlust von 154 Millionen Euro verbucht. Unterm Strich musste sie damals sogar ein Minus von 1,31 Milliarden Euro ausweisen - vor allem wegen Abschreibungen auf den Schienengüterverkehr.

Die Bahn habe nun "die Trendwende geschafft", sagte Grube angesichts der Zahlen, "hierauf wollen wir 2017 aufbauen und uns weiter steigern." Ziel sei es, die Bahn "jeden Tag für unsere Kunden ein Stück besser und attraktiver zu machen". Er kündigte an, dass auch im laufenden Jahr der Betriebsgewinn weiter steigen soll. Den Unterlagen zufolge sind 2,15 Milliarden Euro angepeilt.

Güterverkehr und Fernbus-Konkurrenz weiter Baustellen

Die Bahn kämpft weiter mit Problemen im Güterverkehr und leidet zudem unter dem angekündigten EU-Austritt Großbritanniens. Auf dem wichtigen Auslandsmarkt schlägt bereits jetzt der Wertverfall des Pfundes zum Euro zu Buche. Im Fernverkehr macht der Bahn weiter die Konkurrenz der Fernbusse zu schaffen. Zwar sind die Züge dank zahlreicher Sonderangebote inzwischen wieder gut gefüllt, frühere Gewinnzahlen sind aber in weite Ferne gerückt. Um die Verschuldung zu begrenzen, erhält die Bahn vom Eigentümer, dem Bund, einen Zuschuss von einer Milliarde Euro. Zudem werden ihr eigentlich bis 2020 vereinbarte Dividendenzahlungen an den Staat von 1,4 Milliarden Euro erlassen.

Pünktlichkeit zwar verbessert, eigenes Ziel aber verfehlt

Einen positiven Trend konnte das Untenehmen auch in Sachen Pünktlichkeit verbuchen: Im Fernverkehr sei der Anteil pünktlicher Züge von 74,4 Prozent im Jahr 2015 auf 78,9 Prozent gestiegen. Das selbstgesteckte Ziel von 80 Prozent wurde allerdings verfehlt. Im Regionalverkehr lag die Pünktlichkeitsquote bei 94,8 Prozent und damit 4,6 Punkte höher als im Vorjahr; auch im Güterverkehr wurde das Ergebnis verbessert, von 72,8 auf 76,0 Prozent. Nach der Definition der Bahn ist ein Zug noch pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten zu spät ankommt.

Autonome Züge "nächster großer Schritt"

Für die Zukunft steht bei der Deutschen Bahn das autonome Fahren auf der Schiene im Fokus. Das Unternehmen erprobe das vollautomatische Fahren bereits in ersten Pilotprojekten und sei dabei, weitere in Deutschland auf den Weg zu bringen, sagte der Bahnchef. Das vollautomatische Fahren auf der Schiene sei "der nächste große Entwicklungsschritt". Automatisierte Züge haben mehrere Vorteile: Sie können schneller hintereinander fahren und so mehr Fahrgäste befördern. Zudem gelten sie als pünktlich und energieeffizient. "Vollautomatisches Fahren wird die Schiene insgesamt leistungsfähiger, verlässlicher, aber auch effizienter und wettbewerbsfähiger machen", betonte Grube.

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