Daimler-Chef Zetsche präsentiert in Detroit den neuen GLA | Bildquelle: dpa

Deutsche Autohersteller Abwarten, was Trump will

Stand: 09.01.2017 12:35 Uhr

Auch den deutschen Autoherstellern sind Donald Trumps Twitter-Rüffel für die Konkurrenz nicht verborgen geblieben. Auf der Detroiter Automesse geben sie sich aber gelassen und präsentieren ihre neuen Modelle.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington, zzt. Detroit

Eigentlich hat die deutsche Autoindustrie genug um die Ohren: Elektroautos, selbstfahrende Autos, bei VW kommt die Dieselkrise dazu  - aber nun sorgt auch noch der künftige Präsident Donald Trump für Ärger. Wer nicht genügend Autos in den USA baut, bekommt einen Rüffel, meist per Tweet. Die Amerikaner Ford und General Motors hat es schon erwischt und den Japaner Toyota.

Zittert der USA Chef von VW, Heinrich Woebcken, auch schon vor Trump-Twitter? "Nein, wir zittern nicht, aber die Branche und die Industrie sprechen darüber", sagt er. Jetzt müsse man erstmal einen kühlen Kopf bewahren, "bevor der Herr Trump an seinem Schreibtisch sitzt".

Ähnlich äußert sich Daimler-Chef Dieter Zetsche vor dem Start der Detroit Motorshow: "Wir sind zwei Wochen vor der Inauguration - insofern kann ich nur spekulieren, und das tue ich nicht gerne."

Automesse unter dem Eindruck von Trumps Plänen
nachtmagazin 00:15 Uhr, 10.01.2017, Sandra Ratzow, ARD Washington

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Zehntausende Arbeitsplätze geschaffen

Daimler plant gemeinsam mit Nissan eine neue Autofabrik in Mexiko. Dort sollen in diesem Jahr die ersten Autos vom Band rollen, auch in Richtung USA. Hat Zetsche nicht Angst, dass Trump für jedes in Mexiko gebaute Auto 35 Prozent Strafzölle verlangt? "Ich glaube, dass die Integration in den Welthandel für alle große Vorteile hat, und Handel wird durch Zölle nicht gefördert", antwortet er.

Die deutschen Hersteller setzen darauf, dass sie ja fast alle Fabriken in den USA haben. Sie haben Milliarden investiert und Zehntausende Arbeitsplätze geschaffen. Diese Investitionen vor allem in den Südstaaten seien auch deshalb getätigt worden, "weil sie den Hinterhof Mexiko als Zulieferer haben", sagt Woebcken.

Die Wolfsburger hoffen, die Dieselaffäre in diesem Jahr hinter sich zu lassen, von einer zweiten Chance ist die Rede. Die Anwälte versuchen offenbar noch einen Vergleich mit dem US-Justizministerium zu erzielen, solange die alte Obama-Regierung im Amt ist.

Hinrich Woebcken | Bildquelle: AFP
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"Nein, wir zittern nicht vor Trump", sagt Volkswagens US-Chef Woebcken.

Mit neuen Modellen den US-Markt gewinnen

In Detroit zeigen die Wolfsburger zwei neue SUV, mit denen sie auf dem US-Markt neue Kunden gewinnen wollen. Auf ein ähnliches Gefährt setzt Daimler. Mercedes zeigt auf der US-Autoshow den neuen GLA, einen sportlichen SUV. Dieser wurde von der Sängerin Bebe Rexha präsentiert. Wenig Stoff, viel PS, an dieser alten Formel hielt zumindest Daimler bei der Eröffnung fest. Doch diese könnte bald nicht mehr ziehen. Das Auto der Zukunft erinnert eher an einen Computer auf vier Rädern. VW zeigt einen VW-Bus ohne Lenkrad, dafür mit Touchscreen.

Die anderen deutschen Hersteller werden ihre Autos erst bei der offiziellen Eröffnung präsentieren. Alle entwickeln mehr oder weniger selbstfahrende Autos mit einem Elektromotor. Doch wenn Trump wieder ausdrücklich die Ölindustrie fördert, ist das nicht eine Bremse für die Elektroautos?

"Ich glaube generell nicht, und ich weiß es für Mercedes nicht. Wir haben ja unsere klaren Pläne bekannt gegeben, und die werden wir weiter verfolgen", sagt Zetsche dazu.

Deutsche Hersteller auf Detroiter Autoshow im Schatten der Trump Regierung
S. Fritz, ARD Washington
09.01.2017 11:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Januar 2017 um 06:40 Uhr

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