Frau erklärt Statistik

Studie zu Dax-Unternehmen Weiter kaum Frauen in Führungspositionen

Stand: 11.05.2018 20:49 Uhr

Trotz Frauenquote und vielen Lippenbekenntnissen ist die Zahl der Frauen in Dax-Führungspositionen weiterhin sehr niedrig. In einer neuen Studie bildete Deutschland das Schlusslicht.

Frauen kommen in den Topetagen deutscher Konzerne einer Studie zufolge nach wie vor nicht richtig voran. Bei einem Vergleich der jeweils 30 größten börsennotierten Unternehmen in Frankreich, Großbritannien, Polen, Schweden und den USA, rangierte Deutschland auf dem letzten Rang, wie aus einer Untersuchung der gemeinnützigen Allbright Stiftung hervorgeht.

Lediglich gut zwölf Prozent der Vorstandsmitglieder der 30 Dax-Konzerne sind demnach weiblich (Stand: 1. April). Deutschland befinde sich damit auf einer Stufe wie Indien und die Türkei mit einem Frauen-Anteil von jeweils rund zehn Prozent in der Führungsetage.

Kein Dax-Konzern von einer Frau geführt

In Deutschland erreiche keines der großen Börsenunternehmen einen Frauenanteil von 30 Prozent in dem Führungsgremium. Deutschland sei zudem das einzige Land in dem Vergleich, in dem kein einziges Topunternehmen von einer Frau geführt werde.

In den USA und in Schweden ist der Anteil von Managerinnen im Vorstand den Angaben zufolge jeweils doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Börsenschwergewichte in Großbritannien kommen auf gut 20 Prozent, in Polen sind es 15,5 Prozent und in Frankreich 14,5 Prozent, wie aus der Studie hervorgeht.

Internationale Unternehmen machen es vor

Unternehmen wie die US-Konzerne Apple, IBM und Coca-Cola oder Hennes & Mauritz in Schweden haben den Angaben zufolge zum Teil bereits deutlich mehr als 30 Prozent Frauen in der Topetage. Das gelte auch für L’Oréal und Danone in Frankreich, Unilever in Großbritannien oder Energa in Polen.

Zwar seien gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig für einen hohen Frauenanteil im Management. Entscheidend sei aber die Einstellung der Unternehmen. Die USA seien in dem Vergleich das Land mit den schlechtesten Rahmenbedingungen, dennoch nutzten die Unternehmen die Möglichkeit, kompetente Frauen einzustellen, am konsequentesten.

Kritik auch aus der Bundesregierung

Frauenministerin Franziska Giffey kritisierte die Konzerne als rückwärtsgewandt und unklug: "Die Wirtschaft verschenkt das Potential top ausgebildeter und engagierter Frauen. Innovation in Deutschland ist nur möglich, wenn wir die Potenziale von Männern und Frauen voll nutzen."

Wirtschaftsminister Peter Altmaier mahnte in einem Schlusswort zu dem Bericht: "Deutschland wird vor dem Hintergrund des fortschreitenden demografischen Wandels zunehmend darauf angewiesen sein, dass alle klugen Köpfe, ob männlich oder weiblich, ihr Potenzial entfalten können."

Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 29. März 2018 um 18:05 Uhr in der Sendung "Profit".

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