Der Vorstandssprecher des Softwareherstellers SAP, Bill McDermott. | Bildquelle: dpa

Gehälter von DAX-Unternehmen Chefs verdienen 50 Mal so viel wie Angestellte

Stand: 04.07.2017 16:24 Uhr

Ein DAX-Vorstand verdiente 2016 etwa 50 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter. Im Vergleich zu den Vorjahren gingen die Unterschiede jedoch zurück. Vor zwei Jahren verdienten die Chefs noch das 54-fache.

Die Vorstände der DAX-Unternehmen verdienen einer Studie zufolge 50 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Beschäftigter. Allerdings ging die Schere im vergangenen Jahr nicht weiter auseinander, wie aus einer Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München hervorgeht. Zwei Jahre zuvor hatten die Topmanager der 30 Dax-Konzerne noch das 54-fache kassiert.

Damit wuchsen die Vorstandsgehälter das zweite Jahr in Folge langsamer als die Bruttolöhne, die um 2,5 Prozent zulegten. Die Vergütung der Vorstände insgesamt stieg im Schnitt um ein Prozent auf rund 3,4 Millionen Euro. Die Vorsitzenden des Gremiums kassierten allerdings mit durchschnittlich 5,5 Millionen Euro deutlich mehr als im Vorjahr (5,1 Millionen Euro).

"Aufsichtsräte sind deutlich zurückhaltender"

Ein Grund für den vergleichsweise moderaten Anstieg der Vorstandsgehälter ist aus Sicht der Experten der Trend zur längerfristigen Vergütung. Zudem zeigten die kontroversen Diskussionen um die Vergütung von Topmanagern Wirkung. "Aufsichtsräte sind inzwischen generell deutlich zurückhaltender, wenn es um die Gestaltung der Bezüge der Vorstände geht", erläuterte der Münchner Wissenschaftler Gunther Friedl.

Die Autoren der Studie sprechen sich gegen eine Deckelung der Vorstandsgehälter aus. Es gelte für die Unternehmen, "von sich aus Maß und Mitte zu halten", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Die SPD etwa fordert ein festgeschriebenes Maximalverhältnis zwischen der Vergütung von Vorständen und dem durchschnittlichen Gehalt der Arbeitnehmer im Unternehmen.

SAP-Chef ist Topverdiener

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Topverdiener unter den DAX-Lenkern war im vergangenen Geschäftsjahr SAP-Chef Bill McDermott.

Topverdiener unter den DAX-Lenkern war im vergangenen Geschäftsjahr SAP-Chef Bill McDermott mit einer Gesamtvergütung von 13,8 Millionen Euro. Er ist damit nach Ex-VW-Boss Martin Winterkorn und dem früheren Deutsche-Bank-Lenker Josef Ackermann der dritte Spitzenmanager eines DAX-Konzerns, der die Marke von zehn Millionen Euro überschreitet.

Auf den Plätzen zwei und drei rangierten die Top-Automanager Matthias Müller von VW (9,6 Millionen Euro) und Dieter Zetsche von Daimler (7,7 Millionen Euro).

Im internationalen Vergleich kassierten die Dax-Bosse der Studie zufolge im Schnitt mehr als ihre französischen Kollegen (4,7 Millionen Euro), aber weniger als Vorstandschef in der Schweiz (6,5 Millionen Euro). Meilenweit entfernt sind sie von den Vergütungen in den USA: Die Bosse der Unternehmen im Dow Jones Industrial Average (DJIA) kamen im Schnitt auf eine - nochmals gestiegene - Jahresvergütung von umgerechnet 17,1 Millionen Euro. Spitzenreiter war Nike-Chef Mark G. Parker mit 43 Millionen Euro.

Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 04. Juli 2017 um 13:40 Uhr.

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