Daimler-Schriftzug

Abgas-Tests gefordert Auch Daimler im Visier der US-Behörden

Stand: 22.04.2016 07:32 Uhr

Nach dem Emissionsskandal bei VW gerät nun auch der Stuttgarter Autobauer Daimler ins Visier der US-Behörden. Das Justizministerium habe Daimler aufgefordert zu prüfen, wie bestimmte Abgaswerte zustande gekommen seien, gab der Konzern bekannt.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Das amerikanische Justizministerium hat Daimler aufgefordert offen zu legen, wie es zu seinen Abgaswerten kommt. In einer Erklärung des Autokonzerns heißt es: "Daimler wird eine internationale Untersuchung über seinen Zertifizierungsprozess bei seinem Abgaswerten durchführen." Man werde mit den Behörden umfangreich zusammen arbeiten. Sollte es Hinweise auf Verstöße geben, werde man diesen nachgehen und alle notwendigen Schritte dagegen unternehmen.

Diese Untersuchung betrifft nicht nur die Dieselfahrzeuge sondern alle Mercedes und Smart-Modelle. Damit geht das Justizministerium noch einen Schritte weiter als die US-Umweltbehörde EPA. Diese hatte von Mercedes bereits im Februar Informationen angefordert, welche Abgase die Dieselmotoren ausstoßen.

Klagen von Mercedes-Fahrern

Hintergrund sind Klagen von Mercedes-Fahrern in den USA. Diese behaupten, ihre Autos würden bis zu 65 mal höhere Stickoxide ausstoßen als angeben. Daimler hält die Klage für unbegründet.

Die Nachricht, dass nun auch Daimler seine Abgaswerte von den US-Behörden überprüfen lassen muss, kam zeitgleich mit einer Einigung von VW mit den US-Behörden. VW hat den US-Behörden nun einen Plan vorgelegt wie US-Kunden entschädigt werden sollen, die ein Auto haben, bei dem die Abgaswerte manipuliert wurden. Daimler hat immer bestritten eine solche Software verwendet zu haben. Der Konzern verwendet eine andere Dieseltechnologie als VW.

Die Vorwürfe gegen Autokonzerne, ihre Abgaswerte zu manipulieren, reißen indes nicht ab. Gerade hat erst der japanische Hersteller Mitsubishi zugegeben, bei Autos falsche Angaben zum Benzinverbrauch gemacht zu haben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. April 2016 um 09:00 Uhr.

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