Symbolbild zur Cyberattacken | Bildquelle: dpa

Suche nach Wegen zu mehr Datensicherheit Cyberattacken im Sekundentakt

Stand: 03.11.2014 18:43 Uhr

Telekom-Chef Höttges | Bildquelle: dpa
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Telekom-Chef Höttges warnt vor wachsenden Gefahren durch Cyberkriminelle.

Unternehmen und Staaten sehen sich einer wachsenden Gefahr durch Cyberattacken ausgesetzt. Allein die Deutsche Telekom registriert nach eigenen Angaben pro Tag bis zu eine Million Angriffe auf ihr Netz. "Die Bedrohung für die Sicherheit unserer Daten und unserer digitalen Infrastrukturen wächst von Jahr zu Jahr", sagte Konzernchef Timotheus Höttges beim "Cyber Security Summit" in Bonn. Er betonte gegenüber der tagesschau zugleich, dass die Gefahr Unternehmen, Regierungen und auch jeden einzelnen Bürger betreffe.

Einer Studie zur Cyberkriminalität zufolge, die die Deutsche Telekom bei den Spitzentreffen von Politikern, Unternehmern und Sicherheitsexperten vorlegte, sind neun von zehn deutschen Firmen inzwischen Ziel von Angriffen aus dem Netz. Angesichts dieser Bedrohungen sei es wichtig, gemeinsame Wege zu finden, die Attacken und deren Schäden zu verhindern, sagte Höttges. 2013 hätten sich allein die wirtschaftlichen Schäden weltweit auf bis zu 575 Milliarden Dollar belaufen, sagte er unter Berufung auf das unabhängige Center for Strategic and International Studies (CSIS).

alt Christian Feld

Analyse

"Niemand sollte der Illusion erliegen, dass eine Veranstaltung wie der "Cyber Security Summit" Probleme löst. Dennoch ist der Gipfel keine Zeitverschwendung, macht er doch klar: Unser immer digitaler werdendes Leben hat Vorteile, aber auch Risiken und Nebenwirkungen. Nur ein Beispiel: Mit sozialen Netzwerken kann man Freundschaften pflegen oder Terror-Nachwuchs rekrutieren. Wie dürfen Staaten hier eingreifen, darf das Grundrecht der Meinungsfreiheit beschnitten werden? Und so lautet ein Fazit des Gipfels in Bonn: Die Probleme der digitalen Welt werden immer komplexer, nicht einfacher."

Eine Einschätzung von ARD-Korrespondent Christian Feld, Europastudio Brüssel, zzt. Bonn

Zypries verteidigt IT-Sicherheitsgesetz

Voraussetzung für das Wachstum mit digitalen Dienstleistungen seien Vertrauen, Datensicherheit und Datenschutz, sagte Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium. Sie verteidigte das IT-Sicherheitsgesetz, das die Bundesregierung noch vor Jahresende beschließen will. Zentraler Punkt soll dabei eine Meldepflicht von Angriffen auf Unternehmen in sensiblen Bereichen sein, wie der Energie- und Wasserversorgung oder im Gesundheitssektor. Über die Ausgestaltung debattiert die Koalition aber noch heftig.

Cyber Security Summit debattiert Gefahren durch zunehmende Hackerangriffe
tagesschau 20:00 Uhr, 03.11.2014, Marion Kerstholt, WDR

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