ESM

Oktober 2012 Der ESM tritt in Kraft

Stand: 30.10.2012 15:08 Uhr

Der ESM kann starten: Der Gouverneursrat gibt nun auch den offiziellen Startschuss. Gleichzeitig geht der Kampf gegen die griechischen Finanzprobleme weiter. Die Euro-Finanzminister erhöhen den Druck und stellen der Regierung in Athen, assistiert von IWF-Chefin Lagarde, ein Ultimatum.

01. Oktober 2012: Die Schuldenkrise in der Eurozone schlägt voll auf den Arbeitsmarkt durch. Im August waren in den 17 Euro-Ländern 18,2 Millionen Menschen ohne Job - so viele wie noch nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung. Griechenland steuert auf das sechste Rezessionsjahr in Folge zu.

02. Oktober 2012: Zur Reform des Bankensektors schlägt eine EU-Expertengruppe vor, das Investmentbanking rechtlich strikt vom Kredit- und Einlagengeschäft zu trennen. Die Staatsanwaltschaft in New York reicht Klage gegen die US-Großbank JPMorgan Chase ein. Sie wirft der von JPMorgan übernommenen Investmentbank Bear Stearns massiven Betrug beim Verkauf von Hypothekenpapieren vor.

03. Oktober 2012: Deutsche Geldhäuser bestehen einen neuen Stresstest. Die portugiesische Regierung legt ein geändertes Sparpaket vor.

04. Oktober 2012: Die Europäische Zentralbank sieht sich in der Lage, bei Bedarf unbegrenzt Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder zu kaufen. Als erster Kandidat gilt Spanien obwohl die EZB dort Fortschritte sieht. Protestierende Werftarbeiter stürmen das Gelände des griechischen Verteidigungsministeriums in Athen.

05. Oktober 2012: Die US-Arbeitslosenquote erreicht mit 7,8 Prozent den niedrigsten Stand seit dem Amtsantritt von Präsident Obama. Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland müssen neben ihrer Hauptbeschäftigung noch einen weiteren Job ausüben.

07. Oktober 2012: Der britische Premier Cameron droht mit einem Veto gegen den EU-Haushalt. In Spanien protestieren erneut Zehntausende gegen den Sparkurs der Regierung.

08. Oktober 2012: Die deutschen Exporte legen im August trotz Krise überraschend zu: Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 90,1 Milliarden Euro ins Ausland - das sind 5,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Kanzlerin Merkel reist erstmals seit Ausbruch der Krise nach Griechenland - als Gast ohne Geschenke. Der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM ist nun auch offiziell gestartet.

09. Oktober 2012: Der IWF senkt seine Wachstumsprognosen für Deutschland und glaubt nicht, dass Griechenland den Sanierungszeitplan einhalten kann. Die Euro-Finanzminister erhöhen den Druck und stellen Griechenland ein Ultimatum für die Umsetzung der zugesagten Reformen. Die EU-Finanzminister machen den Weg frei für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in einigen Staaten. Bei ihrem Besuch in Athen lobt Kanzlerin die Fortschritte Griechenlands und kündigt neue deutsche Hilfen an.

10. Oktober 2012: Der Internationale Währungsfonds warnt vor der Gefahr einer Kreditklemme in Europa. Die Ratingagentur Standard and Poor's senkt die Kreditwürdigkeit Spaniens um weitere zwei Stufen auf die Note BBB-.

11. Oktober 2012: Die IWF-Chefin Lagarde spricht sich dafür aus, Griechenland mehr Zeit bei der Bewältigung seiner Krise zu geben. Die führenden Forschungsinstitute halbieren ihre Konjunkturprognose für das kommende Jahr: 2013 soll die Wirtschaft um ein Prozent wachsen, für dieses Jahr rechnen die Forscher mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent.

12. Oktober 2012: Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds warnt davor, das Wachstum der Sparpolitik zu opfern - gleichzeitig kritisiert Lagarde den hohen Schuldenstand der Staaten. Mit Finanzminister Schäuble streitet sie bei einer Podiumsdiskussion über die Frage, ob Griechenland einen Aufschub für seine Reformen zugebilligt werden soll.

14. Oktober 2012: Finanzminister Schäuble bleibt dabei: Einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone werde es nicht geben, ebensowenig eine Staatspleite des Landes.

15. Oktober 2012: US-Hausbesitzer reichen Sammelklage wegen Manipulationen des Interbankenzinses Libor ein. Der portugiesische Finanzminister Gaspar kündigt für 2013 deutliche Steuererhöhungen sowie Einsparungen an.

16. Oktober 2012: Finanzminister Wolfgang Schäuble will zur dauerhaften Lösung der Euro-Schuldenkrise dem EU-Währungskommissar mehr Befugnisse geben und das EU-Parlament umbauen. In Brüssel stoßen seine Vorschläge auf wenig Verständnis.

17. Oktober 2012: Die Bundesregierung korrigiert in ihrer Herbstprognose zur Wirtschaftsentwicklung ihre Erwartungen für 2013 nach unten. Das Kabinett bringt eine Verlängerung des Bankenrettungsfonds SoFFin auf den Weg.

18. Oktober 2012: Chinas Wirtschaftswachstum fällt auf das niedrigste Niveau seit drei Jahren. Ein Generalstreik legt Griechenland lahm. In der EU geht der Streit um die Bankenaufsicht weiter.

19. Oktober 2012: Die EU-Staats- und Regierungschefs einigen sich bei ihrem Gipfel auf die Einführung einer europäischen Bankenaufsicht, deren rechtlicher Rahmen bis zum 1. Januar 2013 stehen soll.

22. Oktober 2012: Das EU-Statistikamt korrigiert die Defizitzahlen der EU-Staaten für 2011 - vor allem die Euro-Staaten Spanien, Griechenland und Irland hatten demnach höhere Haushaltslöcher als bislang bekannt. Die Bundesbank kündigt auf Druck des Rechnungshofs an, Teile ihrer im Ausland gelagerten Goldreserven zur Überprüfung nach Deutschland zu holen.

23. Oktober 2012: Die spanische Notenbank beziffert den Wirtschaftseinbruch des Landes im dritten Quartal auf 0,4 Prozent. Die französische Nationalversammlung beschließt Steuererhöhungen zum Abbau des Haushaltsdefizits.

24. Oktober 2012: Der griechische Finanzminister Stournaras gibt bekannt, dass die internationalen Geldgeber bei der Umsetzung der Sparauflagen einen Aufschub gewährt hätten - EU-Kommission, EZB und Bundesregierung dementieren allerdings, dass es eine Entscheidung gebe. Bei einem Auftritt im Bundestag verteidigt EZB-Präsident Draghi das Programm zum Kauf von Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten. Die US-Regierung verklagt die Bank of America wegen Hypothekenbetrugs auf mehr als eine Milliarde Dollar.

26. Oktober 2012: Der GfK-Konsumklimaindex steigt trotz Krise auf ein Fünf-Jahres-Hoch.

27. Oktober 2012: In Italien protestieren Zehntausende gegen den Sparkurs der Regierung Monti.

28. Oktober 2012: Die Troika erwägt laut einem Medienbericht einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland - diesmal sollen vor allem öffentliche Gläubiger auf Forderungen verzichten.

30. Oktober 2012: Die Arbeitslosenzahl in Deutschland steigt im Oktober erstmals seit 2010 wieder über den Wert des Vorjahresmonats. Die Schweizer Großbank UBS kündigt den Abbau von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen und eine starke Einschränkung des Bereichs Investmentbanking an.

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