August 2010 Mehr Geld für Griechenland

Stand: 31.08.2010 17:22 Uhr

Auswirkungen der Griechenland-Krise: Renditen für Staatsanleihen steigen
galerie

Griechenland wird die nächste Tranche aus dem Hilfspaket bekommen.

Gute Nachrichten für die Regierung in Athen: EU, EZB und IWF sind mit den bisherigen Reformen zufrieden und geben grünes Licht für die zweite Tranche des Hilfspakets. Die deutsche Wirtschaft wächst so stark wie schon seit Jahren nicht mehr; Konjunkturprognosen werden nach oben korrigiert.

02. August 2010: Bundeswirtschaftsminister Brüderle macht Druck: Der Bund solle sich spätestens in drei Jahren komplett aus der Commerzbank zurückziehen.

03. August 2010: Der Autoabsatz in Deutschland bricht ein: Im Juli kauften die Kunden 30,2 Prozent weniger Autos als im Juli 2009 - damals hatte es wegen der Abwrackprämie einen Run auf Neuwagen gegeben. Aber auch gegenüber dem Juli 2008 sank die Zahl der Neuzulassungen um zehn Prozent. Im Ausland laufen die Geschäfte hingegen besser.

04. August 2010: Branchenprimus Toyota hat sich vom Pannendesaster erholt und vermeldet einen satten Quartalsgewinn. Auch Adidas darf sich freuen: Die Fußball-WM verschönt die Zahlen.

05. August 2010: Gute Nachricht für Griechenland: Die zweite Tranche des Hilfspakets wird ausgezahlt. EU, EZB und IWF loben die bisherigen Reformen - mahnen aber auch weitere an. Die Commerzbank erholt sich langsam von Finanzkrise und Dresdner-Bank-Übernahme - und will am Jahresende mit einem Gewinn dastehen.

06. August 2010: Die deutschen Industrie schafft ein bemerkenswertes Produktionswachstum. Die Karstadt-Gläubiger setzen weiter auf Berggruen - und geben dem neuen Bewerber Borletti einen Korb.

07. August 2010: Die anziehende Konjunktur lässt die Gewerbesteuer-Einnahmen sprudeln. Städte und Gemeinden erzielten im zweiten Quartal ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

09. August 2010: Die deutschen Exporte wachsen stärker als die Weltwirtschaft - und die deutsche Wirtschaft könnte nach Ansicht des Industrie- und Handelskammertags 2011 wieder die Exportzahlen des bisherigen Rekordjahres 2008 erreichen. Chrysler schreibt auch im zweiten Quartal unterm Strich wieder rote Zahlen - trotz steigender Verkaufszahlen.

10. August 2010: Das Amtsgericht Essen verschiebt erneut die Genehmigung des Karstadt-Insolvenzplans, weil es immer noch keine verbindliche Einigung zwischen dem Investor Berggruen und dem Filialvermieter Highstreet über die künftigen Miethöhen gibt.

12. August 2010: Die Jugendarbeitslosigkeit erreicht laut Internationaler Arbeitsorganisation aufgrund der Krise "das höchste je registrierte Niveau"; die ILO warnt vor einer "verlorenen Generation". Die Slowakei weigert sich, sich an Krediten für Griechenland zu beteiligen. Der US-Autobauer General Motors macht ein Jahr nach der Insolvenz wieder Milliardengewinne - nur nicht in Europa. Überraschend gibt GM-Chef Whitacre seinen Rücktritt bekannt.

13. August 2010: Die deutsche Wirtschaft wächst im zweiten Quartal stark - und zieht die europäische Konjunktur mit. HWWI-Konjunkturchef Bräuninger warnt im Interview mit tagesschau.de vor den Risiken für die Konjunkturerholung. Die verstaatlichte Krisenbank HRE schreibt weiterhin rote Zahlen. In Österreich wird der Ex-Chef der Skandalbank HGAA, Kulterer, festgenommen.

16. August 2010: In Japan gerät der Aufschwung ins Stocken - und China schickt sich an, das Land als zweitgrößte Wirtschaftsmacht zu verdrängen. In Griechenland ächzen die Menschen weiter unter dem riesigen Schuldenberg.

17. August 2010: Über die Probleme der beiden US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac berät eine Konferenz. Es wird bekannt, dass General Motors den Opel-Mitarbeitern ein Versprechen gemacht hat: Sollte der Konzern seine Zusagen für Investitionen und Arbeitsplätze nicht einhalten, würde der Lohn, auf den die Beschäftigten verzichten, doch ausbezahlt.

18. August 2010: US-Finanzminister Geithner will das System der staatlich gestützten Immobilienfinanzierung gründlich umkrempeln - und damit die beiden Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac ins Visier. In Deutschland sorgt der Aufschwung für mehr Beschäftigung, wie die Statistiker melden.

19. August 2010: Währungskommissar Rehn folgt der Einschätzung der Experten und befindet: Die Sparbemühungen der Griechen waren erfolgreich, sie bekommen eine weitere Tranche.

20. August 2010: Die US-Computerkonzerne Hewlett-Packard und Dell geben sich optimistisch. Sie melden gute Geschäfte und sehen bei ihren Kunden einen Nachholbedarf nach der Krise.

23. August 2010: Die Bundesregierung will nun doch nicht das Insolvenzrecht ändern, um sich den Erstzugriff auf die Masse insolventer Firmen zu sichern.

24. August 2010: Das Haushaltsdefizit ist im ersten Halbjahr krisenbedingt deutlich gestiegen. Laut einer DIHK-Umfrage beklagen fast drei Viertel der Firmen Fachkräftemangel - und sehen das auch als Gefahr für den Aufschwung.

25. August 2010: Das Bundeskabinett macht den Weg frei für einen Gesetzesentwurf, der unter anderem mit einer Bankenabgabe eventuelle neue Krisen von Großbanken bekämpfen soll. In den USA wächst die Angst vor einem Rückfall in die Rezession - von der Krise ist mehr und mehr auch die Mittelschicht betroffen.

26. August 2010: Laut Gesellschaft für Konsumforschung kurbelt die Konjunkturerholung auch das private Kaufverhalten an. Die Wirtschaftskrise führt seit Monaten zu einem Erstarken des Yen - obwohl sich niemand die genauen Gründe erklären kann.

27. August 2010: Die amerikanische Notenbank will die Konjunktur der USA notfalls weiter stützen - also neues Geld auf den Markt pumpen.

30. August 2010: Japans Regierung verabschiedet ihr neustes Konjunkturpaket. Derweil warnt das DIW: Das Wirtschaftswachstum werde sich im Herbst verlangsamen.

31. August 2010: Die Arbeitslosenzahl sinkt weiter. Die Bafin geht erstmals gegen deutsche Top-Banker vor: Zehn Verfahren seien momentan anhängig.

Darstellung: