Januar 2010 Die Banken steuern in ein schwieriges Jahr

Stand: 29.01.2010 18:33 Uhr

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Die Bundesbank sieht die Geldinstitute auch 2010 in Schwierigkeiten.

Trotz der Wirtschaftskrise erweist sich der Arbeitsmarkt in Deutschland als recht stabil: Die Arbeitslosenzahlen steigen zwar - aber weniger stark als befürchtet. Die Finanzkrise scheint noch nicht ausgestanden: Auf die Banken kommen 2010 möglicherweise erhebliche Kreditausfälle zu, warnt die Bundesbank.

02. Januar 2010: In der Wirtschaftskrise ist Kurzarbeit für viele Arbeitnehmer der Rettungsanker. Mit ihr wird aber auch Missbrauch betrieben.

03. Januar 2010: Knapp ein Viertel aller wahlberechtigten Isländer spricht sich bei einer Petition gegen die Rückzahlung ausländischer Sparguthaben in Milliardenhöhe aus, die beim Crash isländischer Banken verloren gingen.

04. Januar 2010: In der schwersten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik ist einer Studie zufolge die Zahl der Unternehmen in Deutschland 2009 dennoch gestiegen. Airbus verzeichnet trotz Luftfahrtkrise einen Erfolg: Der europäische Flugzeugbauer erreichte im vergangenen Jahr einem Zeitungsbericht zufolge einen Rekord bei den Auslieferungen. Bayern will nach dem Milliarden-Debakel der BayernLB bei der österreichischen Krisenbank HGAA Schadenersatzforderungen prüfen.

05. Januar 2010: Die Arbeitslosenzahlen sind im Dezember um 60.000 auf 3,276 Millionen gestiegen - und damit weniger stark als befürchtet. Die Bundesbank sieht die Geldinstitute auch 2010 in Schwierigkeiten und warnt vor erheblichen Kreditausfällen in Höhe von bis zu 75 Milliarden Euro. Der isländische Präsident Grimsson verweigert seine Unterschrift unter ein Gesetz, das die Entschädigung für ausländische Anleger insolventer isländischer Banken regeln sollte. Nun muss eine Volksbefragung die Entscheidung bringen.

06. Januar 2010: Neue Handelszahlen der chinesischen Zollverwaltung lassen nach Expertenmeinung darauf schließen, dass das Land den langjährigen Exportweltmeister Deutschland in diesem Jahr übertrumpft hat.

07. Januar 2010: In den USA steigt das Interesse am deutschen Erfolgsmodell Kurzarbeit. Die Konjunkturexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung blicken optimistischer in die Zukunft als viele ihrer Kollegen. Für 2010 und 2011 sagen sie ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von jeweils rund zwei Prozent voraus. Die deutschen Einzelhändler ziehen eine erste Bilanz: Die Rezession 2009 bezahlen sie mit den kräftigsten Umsatzeinbußen seit sieben Jahren.

08. Januar 2010: Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone steigt auf ein Elf-Jahres-Hoch. General Motors erhöht den Druck bei seinen Töchtern Saab und Opel.

11. Januar 2010: In Detroit beginnt die Autoshow. Die Hersteller setzen verstärkt auf Kleinwagen.

12. Januar 2010:Airbus schließt das Krisenjahr 2009 mit einem neuen Auslieferungsrekord ab. Der Mutterkonzern EADS muss dennoch ein deutliches Umsatzminus hinnehmen. Die EU befürchtet, das ohnehin hohe griechische Hauhsaltsdefizit könne noch höher ausfallen, da sie der offiziellen Statistik aus Athen misstraut.

13. Januar 2009: Nach Angaben des Bundesamts für Statistik sinkt das deutsche BIP im Krisenjahr 2009 um fünf Prozent. Ratingagenturen sollen sich künftig einer Kontrolle durch die BaFin unterziehen. Im Zusammenhang mit dem HGAA-Kauf durch die BayernLB nimmt die Staatsanwaltschaft München weitere Verdächtige ins Visier. In den USA müssen sich Top-Banker vor einem Ausschuss verantworten - eine Entschuldigung sprechen sie nicht aus.

14. Januar 2010: Die Krise reißt tiefe Löcher in die Kassen des Staates und der Sozialversicherungen. 2009 verzeichnen die Statistiker zwar insgesamt eine sehr niedrige Inflationsrate - doch zum Jahresende steigen die Preise merklich an. US-Präsident Obama kündigt eine Sonderabgabe für die Banken an - so sollen die für die Bankenrettung eingesetzten Steuergelder zurück in die Staatskasse fließen. Der Chipkonzern Intel scheint die Krise überwunden zu haben und erzielt Gewinne wie in Vor-Krisen-Zeiten.

15. Januar 2010: Opel-Chef Demant tritt zurück - und macht damit den Weg frei für Nick Reilly, der neben seinem Posten als GM-Europe-Chef nun auch die Opel-Führung übernimmt. Gleichzeitig gibt der Konzern bekannt, dass 12.000 Opelaner in Deutschland zumindest zeitweise in Kurzarbeit müssen.

18. Januar 2010: Das Finanzministerium kündigt an, dass der Bund seine Wachstumsprognose für Deutschland für das laufende Jahr auf 1,5 Prozent erhöhen wird. Bisher war die Regierung von 1,2 Prozent ausgegangen.

19. Januar 2010: Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr wegen der Auswirkungen der Wirtschaftskrise mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 320.000. Japan Airlines muss einen Insolvenzantrag stellen. Die US-Bank Citigroup schreibt weiter rote Zahlen.

20. Januar 2010: Die Bank of America erwirtschaftet weiter Verluste, Morgan Stanley verdient dagegen Geld. In China wird den Banken von der Regierung eine restriktivere Kreditvergabe verordnet.

21. Januar 2010: Die Weltbank sieht chronische Schwächen der Weltwirtschaft. Goldman Sachs macht ein Milliardenplus und verdient mehr als alle anderen US-Banken - auch dank Investmentbanking. Genau diesen Bereich will US-Präsident Obama künftig stärker regulieren. Zudem fordert er kleinere Banken. Die verstaatlichte Bank HRE will eine riesige Bad Bank gründen. GM verkündet das Aus für das Opel-Werk im belgischen Antwerpen.

22. Januar 2010: Die Gewerkschaften kündigen Widerstand gegen die Opel-Werksschließung an. Die Bankenpläne von US-Präsident Obama werden von der Politik begrüßt - und sorgen an den Märkten für sinkende Kurse, vor allem bei den Bankaktien. Kleiner Hoffnungsschimmer in Osnabrück: Der insolvente Autozulieferer Karmann zieht - in der Hoffnung auf einen VW-Großauftrag - 400 Kündigungen zurück.

25. Januar 2010: Laut GfK-Konsumklimaindex sinkt die Kauflaune der Verbraucher aufgrund der wachsenden Angst vor Arbeitslosigkeit.

26. Januar 2010: Der Internationale Währungsfonds hebt seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft auf 1,5 Prozent an. Beim Rückblick auf das Krisenjahr 2009 melden Lkw- und Bushersteller einen Einbruch der Verkaufszahlen in Europa um fast ein Drittel. Die angeschlagene BayernLB beruft Gerd Häusler zum neuen Chef. General Motors verkauft die angeschlagene Tochterfirma Saab an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars.

27. Januar 2010: Die Bundesregierung korrigiert ihre Konjunkturprognose nach oben und sagt der deutschen Wirtschaft 2010 ein Wachstum um 1,4 Prozent voraus. Die Windenergiebranche meldet für 2009 ein Wachstum um 15 Prozent. Auch der US-Flugzeugbauer Boeing trotzt der Wirtschaftskrise und verbucht für 2009 einen Milliardengewinn.

28. Januar 2010: Die Arbeitslosigkeit steigt im Januar um 342.000 auf 3,617 Millionen - und damit weniger als zunächst befürchtet. Siemens kündigt an, in Deutschland 2000 Stellen zu streichen. Der US-Autohersteller Ford macht erstmals seit 2005 wieder Gewinn. Deutschlands größter Spielwarenhersteller Playmobil erlebt sein zehntes Umsatz-Rekordjahr.

29. Januar 2010: Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung der DIW-Konjunkturforscher 2009 weniger stark geschrumpft als befürchtet. In den USA wuchs das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal des Jahres um 5,7 Prozent. Eine knappe Mehrheit des US-Senats entscheidet, dass US-Notenbankchef Bernanke im Amt bleibt. Microsoft, Amazon und Infineon präsentieren gute Geschäftszahlen.

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