September 2009 Opel-Mehrheit soll an Magna gehen

Stand: 01.10.2009 17:57 Uhr

Logos des Autoherstellers Opel und des Zulieferers Magna
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Nach dem Einstieg von Magna sollen bei Opel Tausende Arbeitsplätze wegfallen.

Der monatelange Bieterwettstreit hat ein Ende: General Motors will die Opel-Mehrheit an den Zulieferer Magna und die russische Sberbank verkaufen. In Deutschland sollen laut den Plänen 4000 Opel-Stellen wegfallen. Bundesweit steigt die Arbeitslosigkeit aber dank Kurzarbeit weiter nur leicht. Neue Konjunkturprognose signalisieren eine weitere Erholung der Wirtschaft.

01. September 2009: Die Bundesregierung beschließt staatliche Milliardenhilfen gegen die drohende Kreditklemme. Die Arbeitslosenzahlen steigen nur leicht und schüren den Optimismus, dass die Folgen der Krise weniger schlimm sein werden als lange befürchtet. Das Insolvenzverfahren beim Arcandor-Konzern und den meisten seiner Tochterfirmen wird eröffnet. Arcandor-Chef Eick erklärt seinen Rücktritt.

02. September 2009: Die fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämie sind aufgebraucht, neue Anträge können nicht mehr gestellt werden. Die EU-Finanzminister beschließen, die Unterstützung des Internationalen Währungsfonds im Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise um 50 Milliarden Euro zu erhöhen.

03. September 2009: GM plant nach Zeitungsbericht ein Alternativmodell zum Opel-Verkauf und will den Autohersteller selbst behalten. Der US-Konzern will demnach eine Milliarde Euro bei Opel investieren und hofft auf eine weitere Milliarde von den Regierungen Großbritanniens, Spaniens und Polens. Infolge der Absatzkrise kündigt auch Porsche Kurzarbeit an.

04. September 2009: Infolge der Arcandor-Insolvenz kündigt die Deutsche Post den Abbau von 560 Stellen an. Die Bahngewerkschaft Transnet warnt vor der drohenden Streichung von bis zu 7000 Stellen im Güterverkehr der Deutschen Bahn.

05. September 2009: Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) unterstützen die milliardenschweren Konjunkturmaßnahmen im Kampf gegen die Rezession.

07. September 2009: Die führenden Zentralbanken schlagen strengere Regeln für die Aufsicht über die Finanzinstitute vor. Bahnchef Grube bestätigt Gewerkschaftsangaben, nach denen wegen der Krise in der Güterverkehrssparte des Konzerns zahlreiche Jobs bedroht sind.

08. September 2009: Der Technologiekonzern Jenoptik erhält aus dem Deutschlandfonds Staatsbürgschaften über 55 Millionen Euro.

09. September 2009: Neue Konjunkturprognosen des Instituts für Weltwirtschaft und des Bundesverbands deutscher Banken gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft die Talsohle durchschritten hat. Die Deutsche Bundesbank kündigt an, im Zuge der Kostensenkung rund ein Drittel ihrer Filialen bis 2012 zu schließen.

10. September 2009: General Motors teilt mit, die Mehrheit an Opel an das Konsortium des Zulieferers Magna und der russischen Sberbank abgeben zu wollen. Opel solle aber "integrierter Bestandsteil im Produktentwicklungsverbund" von GM bleiben.

11. September 2009: Die SPD stellt Pläne für eine weltweite Steuer auf Transaktionen an den Finanzmärkten vor.

12. September 2009: Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg bestätigt, dass sich Opel nach dem Verkauf an Magna auf einen größeren Stellenabbau einstellen muss als zuvor bekannt.

14. September 2009: Die EU-Kommission erwartet laut ihrer neuen Konjunkturprognose eine anhaltende Erholung der deutschen Wirtschaft. Magna teilt mit, dass nach der Opel-Übernahme 4000 Stellen in Deutschland wegfallen sollen und das Werk in Antwerpen schließen soll.

15. September 2009: Infolge der anhaltenden Wirtschaftskrise prognostiziert der Branchenverband IATA den Fluglinien weltweit einen Verlust von elf Milliarden Dollar im Jahr 2009 und ein Minus von 3,8 Milliarden Dollar im Jahr 2010. Im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung zeigt sich die Autoindustrie optimistisch, dass der Tiefpunkt der Krise überwunden ist und es 2010 wieder aufwärts geht.

16. September 2009: Ein Jahr nach der staatlichen Rettungsaktion für den US-Versicherungsriesen AIG ist völlig unklar, ob der Konzern die Hilfen je zurückzahlen kann. Auch die US-Autoindustrie steckt trotz staatlicher Hilfen noch immer in der Krise.

17. September 2009: Bundeskanzlerin Merkel eröffnet die IAA, von der sich Autoindustrie ein Signal für ein Ende der Krise erhofft. Hoffnungsschimmer für die insolventen Wadan-Werften: Die schwedische Reederei Stena Line wird die zwei bestellten Fähren abnehmen - mit Preisnachlass.

18. September 2009: Die EU-Staaten einigen sich auf gemeinsame Forderungen für den G20-Gipfel in Pittsburgh. Vor allem Bonuszahlungen für Bankmanager sollen geregelt werden. In Hamburg demonstrieren Tausende Mitarbeiter von ThyssenKrupp Marine Systems für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

19. September 2009: Der Internationale Währungsfonds kündigt den Verkauf von 403 Tonnen Gold an, um armen Ländern infolge der Finanzkrise mehr Kredite bereitstellen zu können.

20. September 2009: Lufthansa kündigt als Reaktion auf die wirtschaftlichen Probleme die Streichung jeder achten Stelle in der Konzernverwaltung an.

21. September 2009: Infolge der Finanzkrise und der hohen Zahl von Kurzarbeitern sinken die Reallöhne in Deutschland im zweiten Quartal um 1,2 Prozent. Gleichzeitig mehren sich die Zeichen für eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung.

22. September 2009: Die deutschen Unternehmen verzeichnen wegen der Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr den stärksten Einbruch der Exporte seit Gründung der Bundesrepublik. In den USA kündigt die Bank of America Staatsgarantien, um sich möglichst bald wieder der Kontrolle der Regierung zu entziehen. 500 internationale Konzerne fordern, beim Weg aus der Wirtschaftskrise die politischen Weichen für einen Aufschwung mit deutlich geringeren Emissionen von Treibhausgasen zu stellen.

23. September 2009: Die Europäische Union will als Konsequenz aus der Finanzkrise die Aufsicht über Banken, Versicherungen und Börsen reformieren. Die EU-Kommission legte dazu in Brüssel ein Gesetzespaket vor. Drei europäische Behörden und ein neues Aufsichtsgremium der Zentralbanken sollen demnach künftig über die Stabilität des Finanzsystems wachen und in bestimmten Situationen den nationalen Behörden Vorschriften machen können.

25. September 2009: Beim G20-Gipfel beraten die Staats- und Regierungschefs über Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft und über die Reform des Finanzsektors. Schärfere Regeln für Manager-Boni und Banken sind das Ergebnis. Die Finanz- und Wirtschaftskrise trifft die Städte und Gemeinden hart: Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer brechen weg.

28. September 2009: Die angeschlagene Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd kann sich in der schweren Branchenkrise nur mit Staatshilfe über Wasser halten und erhält eine Bürgschaft von 1,2 Milliarden Euro aus dem Deutschlandfonds.

29. September 2009: Aus für den Schiffbau in Emden: ThyssenKrupp trennt sich vom größten Teil seiner Nordseewerke. Die Erholung der deutschen Wirtschaft beschleunigt sich dem DIW zufolge im dritten Quartal.

30. September 2009: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September dank Herbstbelebung gesunken.

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