Briefkästen

EU-Aufsichtsbehörde EIOPA Keine "Briefkastenfirmen" nach dem Brexit

Stand: 11.07.2017 15:50 Uhr

Unternehmen, die von Großbritannien aus Geschäfte in der EU machen - bislang möglich mit dem "EU-Pass". Nach dem Brexit dürfte diese Lizenz wegfallen. Nun will die EU-Aufsichtsbehörde EIOPA verhindern, dass auf dem Kontinent Briefkastenfirmen entstehen.

Die EU-Aufsichtsbehörde EIOPA will verhindern, dass Versicherer nach dem Brexit reine Briefkastenfirmen auf dem europäischen Kontinent einrichten, um dort ihr Geschäft betreiben zu können. Um ein Unternehmen vernünftig beaufsichtigen zu können, müssten das Management und bestimmte Schlüsselfunktionen am richtigen Ort angesiedelt sein, erklärte EIOPA-Präsident Gabriel Bernardino. "Leere Unternehmenshüllen oder ein Briefkasten reichen dafür nicht aus."

Selbstständige Niederlassung in EU-Land

Versicherer, die den europäischen Markt bisher mit einer britischen Lizenz abdecken, brauchen nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU eine selbstständige Niederlassung in einem der 27 verbleibenden EU-Länder, um weiterhin in der EU aktiv sein zu dürfen.

Die EIOPA rief die nationalen Aufsichtsbehörden, die für die Zulassung zuständig sind, auf, das Genehmigungsverfahren gründlich zu betreiben. Die EU-Ableger brauchten ausreichend Substanz und sollten mindestens zehn Prozent der Risiken selbst tragen. Eine Verlagerung wichtiger Verwaltungs- und Risikomanagement-Funktionen sei nur in engen Grenzen möglich. Ähnlich hatte sich bereits die deutsche Finanzaufsicht BaFin geäußert.

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