Glasfaserkabel | Bildquelle: dpa

Versprechen der Telekommunikationsfirmen Milliardenzusage für Breitbandausbau

Stand: 07.10.2014 16:39 Uhr

Die Bundesregierung hat sich nach eigenen Angaben mit der Industrie auf Milliardeninvestitionen in den Ausbau von schnellen Internetverbindungen geeinigt. Die Telekommunikationsfirmen hätten zugesagt, 2015 insgesamt acht Milliarden Euro in die Breitbandnetze zu investieren, sagte der zuständige Verkehrsminister Alexander Dobrindt nach einem Treffen der sogenannten Netzallianz in Berlin. Auf diese Weise sollen dann in 80 Prozent aller Haushalte Internetverbindungen mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde verfügbar sein.

Bund verspricht Fördermittel

Um auch die restlichen 20 Prozent der Haushalte an das Breitbandnetz anzuschließen, will der Bund demnach Fördermittel bereitstellen. Das Geld dafür soll mit der Versteigerung von frei werdenden Mobilfunkfrequenzen im kommenden Jahr eingenommen werden. Wie viel Geld dabei zusammenkommen werde, sei noch offen, sagte Dobrindt. Es werde sich aber um einen Milliardenbetrag handeln.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt
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Verkehrsminister Dobrindt will Erlöse aus der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in den Breitbandasbau stecken.

Der CSU-Politiker plant nach eigenen Worten, die Vergabe der Mobilfunkfrequenzen mit einer "Verpflichtung zum Erstausbau in den ländlichen Räumen" zu verbinden - etwa in Form des modernen Mobilfunkstandards LTE advanced. Die Konzerne Deutsche Telekom und Vodafone machten deutlich, dass sie nichts gegen eine Ausbauverpflichtung dieser Art einzuwenden hätten. Allerdings könne der Bund dann keine hohen Erlöse bei der Auktion erwarten, sagte Vodafone-Deuschlandchef Jens Schulte-Bockum.

50 Megabit pro Sekunde als Ziel

Die Netzallianz verbindet Telekommunikations- und Netzunternehmen, die am Ausbauziel der Bundesregierung mitarbeiten wollen. Die Große Koalition hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis Ende 2018 für alle Haushalte Downloads mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde möglich sein sollen. Eine Studie des TÜV Rheinland im Auftrag des Wirtschaftsministeriums kommt zu dem Schluss, dass es mindestens 20 Milliarden Euro kosten würde, dieses Ziel zu erreichen. In diesem Szenario werden neben Glasfaserkabeln auch schnelle Funkverbindungen über LTE eingesetzt.

Die Unternehmen kündigten an, dass viele Nutzer schon bald noch schneller im Netz surfen können. Man sehe die 50 Megabit als Mindestziel, sagte Schulte-Bockum. Auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, versprach schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten. "Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis diese hohen Bandbreiten überall angekommen sind", sagte er.

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