Borgward | Bildquelle: dpa

Borgward baut wieder Autos in Bremen Deutsche Tradition, chinesische Innovation

Stand: 27.10.2016 11:09 Uhr

Die deutsche Traditionsmarke Borgward stellt künftig wieder Autos in Deutschland her. Gut 55 Jahre nach der Firmen-Insolvenz sollen in Bremen ab 2018 Elektro-SUVs gebaut werden. Hinter dem Vorhaben steckt der chinesische Autokonzern Foton.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Das Borgward-Werbevideo kommt stylisch, modern und selbstbewusst daher. Nach Ansicht von Jochen Siebert von der Shanghaier Beratungsfirma JSC Automotive soll ein modernes Image vermittelt werden: "Borgward ist eine deutsche Marke, die zwar lange nicht existierte, aber jetzt wieder da ist. Und sie soll mit deutschen Werten wiederbelebt werden." Zu diesen deutschen Werten gehören laut Siebert: Wertigkeit, Qualität und Zuverlässigkeit.

Kein Vertrauen in chinesische Autos

Viele europäische Auto-Käufer zögern allerdings noch, denn wo der deutsche Name Borgward draufsteht, steckt ein chinesischer Wagen drin. Vollgepackt zwar mit Bauteilen von Bosch, Conti oder Schaeffler: Das Chinesen-Image dürfte trotzdem die größte Herausforderung sein fürs Borgward-Management. Immer noch trauen vor allem deutsche Kunden chinesischen Autos nicht wirklich.

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Elektro-SUV sollen in Bremen gebaut werden.

Dieses Vorurteil sei nur teilweise gerechtfertigt, sagt Siebert: "Es gibt solche und solche Produkte aus China. Wir haben etwa 100 Hersteller, von denen kann man 90 vergessen. Aber zehn sind vernünftig, die haben nämlich gelernt, dass man auf die Qualität achten muss." Das gelte auch für Borgward.

Daimler an Mutterkonzern beteiligt

Die Firma gehört dem chinesischen Traditionskonzern Beiqi Foton, der vor allem Lkw herstellt. "Beiqi Foton gehört zur Mehrheit der Beijing Automotive (BAIC). Und BAIC ist einer der Joint-Venture-Partner von Daimler. Daimler wiederum besitzt zwölf Prozent von BAIC. Man kann also sagen: Irgendwie besitzt Daimler auch einen gewissen Teil von Borgward", erläutert Siebert.

Während Borgward in China SUVs mit klassischem Benzinmotor baut, sollen in Bremen ausschließlich Elektro-Autos montiert werden. Ein zukunftsweisender Schritt, sagt der Auto-Experte: "Wenn man bedenkt, dass die Batteriekosten wahrscheinlich immer günstiger werden, kann man davon ausgehen, dass 2023 oder 2025 der Punkt kommen wird, an dem ein E-Fahrzeug für den Hersteller nicht mehr kosten wird als ein gleichwertiges Benzinfahrzeug."

Borgward: Deutsche Tradition und chinesische Innovation
S. Wurzel, ARD Shanghai
27.10.2016 10:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Oktober 2016 um 09:35 und 10:35 Uhr.

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