Straßenbahnen für Berlin werden im Bombardier-Werk in Hennigsdorf (Brandenburg) montiert. Hunderte Stellen in Deutschland sollen wegfallen | Bildquelle: dpa

Stellenabbau bei Zug- und Flugzeugbauer Bombardier streicht 1430 Jobs in Deutschland

Stand: 17.02.2016 17:36 Uhr

Der massive Stellenabbau beim kanadischen Zug- und Flugzeughersteller Bombardier trifft auch Deutschland: 1430 Menschen sollen ihre Jobs verlieren. Man müsse wettbewerbsfähiger gegen die Konkurrenz aus Osteuropa und Asien werden.

Der kanadische Flugzeug- und Zug-Produzent Bombardier streicht nach neuen Verlusten allein in Deutschland 1430 der rund 10.000 Stellen. Weltweit will das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren sogar zehn Prozent aller Stellen streichen.

Kein Werk soll geschlossen werden

Der weltweite Sitz der Bahn-Sparte ist in Berlin. In Deutschland hat Bombardier große Werke in Hennigsdorf bei Berlin, in Görlitz in Bautzen in Sachsen. Weitere gibt es in Braunschweig, Kassel, Mannheim und Siegen. Wie viele Beschäftigte dort jeweils gehen sollen, sagte der Chef der Transportsparte, Laurent Troger, nicht. Es werde aber kein Werk komplett geschlossen. Rund die Hälfte der Stellen, die gestrichen werden sollen, sei zudem von Leiharbeitern besetzt. Unter anderem ist die Firma an der Entwicklung und Produktion des ICE-4 für die Deutsche Bahn beteiligt, der ab 2017 fahren soll.

Konkurrenz aus Asien und Osteuropa

Bombardier erklärte in Montreal, der Konzern müsse wieder wettbewerbsfähiger werden, weil die Kunden sich zunehmend nach Lieferanten in Osteuropa und Asien umsähen. Im Schlussquartal 2015 brach der Umsatz um knapp 16 Prozent auf rund fünf Milliarden Dollar ein. Für dieses Jahr prognostiziert der Siemens- und Airbus-Rivale einen Umsatz von 16,5 bis 17,5 Milliarden Dollar, der Gewinn soll 200 bis 400 Millionen Dollar betragen - vergleichsweise wenig für Unternehmen dieser Größenordnung.

Hoffnung setzt das Management in die neuen Flugzeuge der C-Serie. Air Canada unterzeichnete nun eine Absichtserklärung zum Kauf von bis zu 75 Jets vom Typ CS300. Diese sind zu Listenpreisen rund 3,8 Milliarden Dollar wert. Sie sollen von 2019 an ausgeliefert werden.

Dieser Beitrag lief am 17. Februar 2016 um 17:22 Uhr auf NDR Info.

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