Freccia Rossa | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Italien will Staatsbahn teilprivatisieren Mit dem "Roten Pfeil" an die Börse

Stand: 23.11.2015 17:06 Uhr

Der Börsengang der Post brachte der italienischen Regierung rund 3,4 Milliarden Euro ein. Um die hohen Schulden weiter abzubauen, will Italien nun die Staatsbahn teilprivatisieren. Das Schienennetz soll in öffentlicher Hand bleiben.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Italien drückt ein gewaltiger Staats-Schuldenberg von rund 2000 Milliarden Euro. Die Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi versucht, diesen Berg abzubauen - ohne, dass es den Italienern allzu weh tut. Die auch von der Europäischen Kommission angemahnte Privatisierung von Staatsunternehmen soll frisches Geld in die Kassen spülen.

Schienennetz soll in öffentlicher Hand bleiben

Vor wenigen Wochen verdiente der Staat mit dem Börsengang der Post etwa 3,4 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2016 will die Regierung auch die Flugsicherung an die Börse bringen. Zudem hat das Kabinett jetzt beschlossen, die italienischen Staatsbahnen teilweise zu privatisieren. Der Börsengang ist für die zweite Hälfte des nächsten Jahres geplant. Vorher will Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio allerdings das Schienennetz aus dem Unternehmen herauslösen und in öffentlicher Hand belassen. Alle Konkurrenten sollten gleichberechtigten Zugriff auf die Infrastruktur haben, sagte Delrio.

Die Regierung will zunächst 40 Prozent der Anteile an den bislang staatlichen Bahnen an die Börse bringen und setzt dabei auf institutionelle Investoren, Kleinanleger und Bahnangestellte als potenzielle Aktionäre.

Rom-Mailand in zwei Stunden und 20 Minuten

Die Staatsbahnen, die "Ferrovie dello Stato", vereinen in sich zwei verschiedene Welten: Im Regional- und Nahverkehr ist die italienische Bahn langsam, unzuverlässig und veraltet. Im Fernverkehr sind die Hochgeschwindigkeitszüge eine echte Alternative zum Flugzeug. Ab kommendem Jahr soll die "Freccia Rossa" - "Roter Pfeil" - die Strecke Rom-Mailand in nur noch zwei Stunden und 20 Minuten schaffen.

Italiens Staatsbahnen sollen teilprivatisiert werden
Tilmann Kleinjung, ARD Rom
23.11.2015 16:28 Uhr

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