Harald Krüger spricht auf der BMW-Hauptversammlung. | Bildquelle: dpa

Diesel-Skandal BMW räumt Fehler in Abgasaffäre ein

Stand: 17.05.2018 15:57 Uhr

Ein Irrtum, keine Absicht - so erklärt BMW-Chef Krüger auf der Hauptversammlung Fehler im Abgasskandal. Bei 11.700 Autos sei versehentlich die falsche Software aufgespielt worden.

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte an Dieselfahrzeugen hat die Führung des Münchner Autoherstellers BMW bei der Hauptversammlung Pannen eingestanden. "Uns ist vor einigen Jahren ein Fehler unterlaufen", sagte Konzernchef Harald Krüger in München.

Bei 11.700 Fahrzeugen sei irrtümlich eine nicht passende Software aufgespielt worden - nun warte man auf die behördliche Genehmigung, die korrekte Software aufzuspielen. "Mit einer gezielten Manipulation von Motorsteuerung und Abgasreinigung hat das nichts zu tun." Harte Regulierungen seien heute populär, klagte Krüger. BMW aktualisiere die Software seiner Euro-5-Dieselautos ab Baujahr 2011, halte aber eine Nachrüstung der Hardware für technisch nicht sinnvoll.

Ein bloßes Versehen?

BMW-Aufsichtsratschef Norbert Reithofer sprach von einem "handwerklichen, menschlichen Fehler", der aber gar nicht dazu geführt habe, dass die Abgaswerte bei der Überprüfung niedriger gewesen wären als im Straßenverkehr.

Vieles spreche für ein bloßes Versehen, sagte auch Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte, BMW habe "einen Streifschuss" in der Dieselkrise abbgekommen. Mit Blick auf den Autokonzern VW sagte Krüger, das Handeln einiger Hersteller habe der gesamten Branche geschadet.

Erst wenige Tage zuvor hatte mit Audi-Vorstandschef Rupert Stadler ein weiterer bayerischer Autokonzern Fehler in der Abgasaffäre eingeräumt. Sie beschäftigt die deutsche Automobilbranche seit Herbst 2015: Damals war bekannt geworden, dass VW über Jahre hinweg manipulative Software in seine Autos eingebaut hatte, um den Abgas-Ausstoß bei Überprüfungen niedriger darzustellen als den tatsächlichen Wert.

Der Skandal weitete sich auf Bosch, Daimler, Audi und Porsche aus. Im März wurde auch BMW von einer US-Anwaltskanzlei angeklagt, nachdem die Firma im Februar erstmals den Softwarefehler eingeräumt hatte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Mai 2018 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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