Bitcoin-Münzen

Digitalwährung auf Rekordkurs Bitcoins wertvoller als Gold

Stand: 22.05.2017 11:11 Uhr

In Zeiten niedriger Zinsen beflügeln Bitcoins die Fantasie von Anlegern. Am Wochenende kletterte der Kurs der Digitalwährung erstmals auf mehr als 2000 US-Dollar. Eine Feinunze Gold kostet 1250 US-Dollar.

Während traditionelle Anlageformen kaum Rendite abwerfen, blüht der Handel mit Bitcoins. Am Wochenende stieg der Wert eines Bitcoins auf mehreren Online-Handelsplattformen erstmals über 2000 US-Dollar. Seit März hat sich der Kurs damit mehr als verdoppelt. Damit ist ein einzelner Bitcoin aktuell deutlich wertvoller als eine Feinunze Gold, die gut 1250 Dollar kostet.

Der Bitcoin ist eine digitale Währung, die 2008 entstand. Bitcoins werden in komplizierten Rechenprozessen erzeugt und auf Plattformen im Internet gegen klassische Währungen gehandelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen unterliegt der Bitcoin keiner Kontrolle durch Staaten oder Notenbanken. In den vergangenen Jahren brach der Kurs der Währung mehrfach stark ein - meist als Folge von Hackerangriffen auf große Krypto-Tauschbörsen wie MtGox oder BitFinex.

Ein Bier steht neben einem "Bitcoin accepted here" Schild in einer Bar in Sydney
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Eine Bar in Sydney: Hier kann das Bier auch mit Bitcoins gezahlt werden.

Häufige Kursschwankungen

Auch deshalb warnt Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele: Der Bitcoin sei "kein geeignetes Medium" um Werte aufzubewahren. Vielmehr handele es sich hierbei um ein "Spekulationsobjekt", dessen Wert sich rapide verändere. Im Januar war der Kurs noch unter die Marke von 800 Dollar gerutscht. Andere Kritiker monieren, dass die Digitalwährung wegen der schwer nachvollziehbaren Zahlungswege auch für kriminelle Zwecke verwendet werden kann.

Als Gründe für den aktuellen Anstieg werden derzeit vornehmlich Japan und die US-amerikanische Börsenaufsicht ins Feld geführt. Während die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt den Bitcoin Anfang April zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärt hat, stehen die USA möglicherweise kurz davor, erstmals einen auf Bitcoins basierenden Indexfonds zuzulassen.

Etwa 100 Firmen nutzen Bitcoins in Deutschland

In Deutschland akzeptieren laut dem Branchenportal "btc-echo" bislang nur etwas über 100 Unternehmen Bitcoins als Zahlungsmittel. In Österreich und der Schweiz sind es zusammengerechnet knapp 20 Firmen.

Der klassische Unternehmer - ein Malermeister oder Tischler etwa - interessiere sich "nicht die Bohne für eine Bitcoin-Schenkung an seine Mitarbeiter, weil er gar nicht checkt, was das ist", glaubt Andreas Lenz. Er ist Geschäftsführer des Onlinemagazins "t3n", das seinen Mitarbeitern in einem Versuch Teile des Gehalts in Bitcoins auszahlte. Auch wenn sein Unternehmen die Zahlungen inzwischen eingestellt hat, glaubt er an die Kryptowährung: "Für mich ist das, was da passiert, krasser als der Goldrausch."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Mai 2017 um 11:00 Uhr im Wirtschaftsressort.

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