EU will offenbar Subventionen kürzen Bald weniger "Bio" im Treibstoff?

Stand: 11.09.2012 15:09 Uhr

Umstritten waren sogenannte Biokraftstoffe von Anfang an - hierzulande werden sie bis heute nur mäßig akzeptiert. In der EU bahnt sich nun ein Strategiewechsel an: Die Kommission plant offenbar, die Subventionen für Biosprit zurückzufahren. Auch über die Menge der Beimischungen wird debattiert.

Von Birgit Schmeitzner, BR-Hörfunkstudio Brüssel

Als die Richtlinie im April 2009 verabschiedet wurde, war die Stoßrichtung folgende: Zehn Prozent der Energie, die im Verkehrssektor benötigt wird, muss aus erneuerbaren Quellen kommen und damit umweltfreundlicher sein - und zwar bis zum Jahr 2020. Der EU-Kommission wurde aufgetragen, bis Ende dieses Jahres eine Klimabilanz zu erstellen.

Verschiedene Studien belegen jetzt, dass Biokraftstoffe die hochfliegenden Hoffnungen bei weitem nicht erfüllen. Das gilt vor allem für den Biodiesel, der zum Beispiel aus Raps gewonnen wird. Das Benzin E10, dem aus Getreide gewonnenes Ethanol beigefügt ist, schneidet etwas besser ab.

Biosprit-Diskussion in der EU
B. Schmeitzner, BR Brüssel
11.09.2012 14:44 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Ein umfangreicher Prüfungskatalog

Um abzuwägen, wie gut solch ein Biokraftstoff ist, ob er wirklich das Prädikat "Bio" verdient, müssen viele verschiedene Faktoren bedacht werden: Heizt der Anbau dieser Energiepflanzen nicht die Lebensmittel-Preise an, weil sie Ackerfläche blockieren, auf denen man früher Getreide als Nahrungsmittel angebaut hat? Was ist mit abgeholzten Wäldern, die dann als grüne Lunge fehlen - ist das nicht schlechter für das Klima als der eingesparte CO2-Ausstoß durch den Auspuff? Und was ist mit dem Stickstoffdünger für die Energiepflanzen, der den Ausstoß an Methangas fördert?

EU plant Kehrtwende bei Biokraftstoffen
ARD-Mittagsmagazin, 11.09.2012, Lida Askari, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Im Gespräch sind nur noch fünf Prozent Beimischungen

Bis Ende des Jahres wird die EU-Kommission einen Vorschlag vorlegen, der den Bedenken Rechnung trägt. In ersten Entwürfen, die in Brüssel zirkulieren, heißt es, dass man künftig nicht mehr zehn Prozent Biosprit beimischen soll, sondern nur noch fünf Prozent. Die Möglichkeit, das Ganze auf das vereinbarte Gesamt-Energie-Einsparen anzurechnen, soll auch wegfallen.

Ein langer Weg bis zum neuen Gesetz

Deutsche Verbraucher sollten aber nicht erwarten, dass damit der ohnehin nicht allzu beliebte Kraftstoff E10 wieder von den Tankstellen verschwindet. Der Vorschlag der Kommission wird den normalen Gesetzgebungsweg gehen. Er muss mit dem Europaparlament und den 27 Mitgliedstaaten verhandelt werden. Und das dauert erfahrungsgemäß viele Monate, in manchen Fällen sogar Jahre. Denkbar wäre zudem, dass die Bundesregierung entscheidet, die Beimischung für die verschiedenen Kraftstoffe unterschiedlich herunterzufahren - mehr beim Biodiesel mit seiner schlechten Ökobilanz, etwas weniger beim E10, das in der Klima-Bewertung besser abschneidet.

Darstellung: