Roland Koch | Bildquelle: dpa

Industriedienstleister Bilfinger will Schadenersatz von Roland Koch

Stand: 20.02.2018 17:15 Uhr

Es geht um Millionenforderungen: Der Konzern Bilfinger verlangt von Ex-Vorständen Schadenersatz wegen Pflichtverletzungen - auch von Hessens Ex-Ministerpräsident Koch, der zeitweise Vorstandschef war.

Der Industriedienstleister Bilfinger verlangt Schadenersatz von früheren Vorständen. Allen Vorstandsmitgliedern, die zwischen 2006 und 2015 amtierten, aber vor 2015 in das Gremium eintraten, werden Pflichtverletzungen vorgeworfen. Das geht aus einer Pflichtmitteilung an die Börse hervor.

Die fraglichen Vorgänge fielen in die Amtszeit der Vorstandsvorsitzenden Herbert Bodner (1999 bis 2011 sowie 2014/15) und Roland Koch (2011 bis 2014), dem früheren hessischen Ministerpräsidenten.

Bilfinger-Zentrale in Mannheim | Bildquelle: picture alliance / Photoshot
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Bilfinger wirft den Ex-Manager vor, das Compliance-Managementsystem nicht ordnungsgemäß eingeführt zu haben.

Den Managern werde vorgeworfen, das Compliance-Managementsystem nicht ordnungsgemäß eingeführt zu haben. Dieses dient dazu, im Geschäftsleben das Einhalten aller Rechtsvorschriften zu gewährleisten. Einzelne hätten außerdem ihre Pflichten im Zusammenhang mit Übernahmen verletzt.

Unternehmenskreise, auf die sich die Nachrichtenagentur dpa beruft, nennen als Beispiele für das unterstellte Fehlverhalten etwa den Erwerb der Helmut Mauell GmbH im Jahr 2012 oder auch Nigeria-Geschäfte des Konzerns.

Schäden in Höhe von rund 100 Millionen Euro

Der Schaden beläuft sich laut Bilfinger auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Nach dpa-Informationen handelt es sich um rund 100 Millionen Euro. Wie die Nachrichtenagentur erfuhr, will das Unternehmen die früheren Mitarbeiter zunächst außergerichtlich informieren und zur Zahlung auffordern.

Laut Bilfinger ist noch nicht entschieden, welcher Vorstand in welcher Höhe in Anspruch genommen werden solle. Eine Untersuchung zu Pflichtverletzungen von Aufsichtsräten werde jetzt in Auftrag gegeben.

Koch reagierte "mit Befremden" auf die Vorwürfe "gegen ganze Generationen von früheren Bilfinger-Vorständen". Sein Sprecher sagte, Koch sei sich keinerlei Schuld bewusst. Das Unternehmen habe über dreieinhalb Jahre hinweg keinen einzigen konkreten Vorwurf erhoben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Februar 2018 um 17:36 Uhr.

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