Messebesucher mit Datenbrillen in Barcelona | Bildquelle: dpa

Samsung und Facebook kooperieren Zwei Giganten tun sich zusammen

Stand: 22.02.2016 07:49 Uhr

Zum Auftakt der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona sorgt eine Kooperation für Aufsehen: Samsung und Facebook wollen beim Thema virtuelle Realität gemeinsame Sache machen. Dabei geraten andere Neuigkeiten zunächst in den Hintergrund.

Von Christian Sachsinger, BR, Barcelona

Es sah zunächst wieder nach einer dieser bombastischen Shows des koreanischen Herstellers Samsung für das neue Galaxy-Smartphone aus, das am Ende halt ein bisschen mehr kann, aber keine wirkliche Revolution darstellt. Doch dann, nach einer guten Dreiviertelstunde betrat einer die Bühne, mit dem hier kaum jemand gerechnet hatte.

Facebook-Chef Marc Zuckerberg überraschte die Zuschauer. Viele hielten es auf ihren Sitzen nicht mehr aus und strömten zur Bühne, um ein Foto vom Internetguru zu schießen. Zuckerberg erschien, um eine Kooperation von Facebook und Samsung zu verkünden: "Zwei Giganten tun sich zusammen, um die Nutzer um ein virtuelles Lagerfeuer zu scharen", sagt Zuckerberg und meint: Man kann sich gemeinsam über eine Datenbrille 360-Grad-Videos ansehen.

Mobilfunk-Messe Mobile World Congress startet in Barcelona
tagesschau 15:00 Uhr, 22.02.2016, Jörg Rheinländer, ARD Madrid, zzt. Barcelona

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Samsung und Oculus kooperieren

Nach Texten, Foto und Videos sind solche Rund-um-Filme nun das nächste große Ding, das die Nutzer miteinander teilen wollen, glaubt Zuckerberg. Um die Brille für knapp 100 Dollar günstig und massentauglich zu produzieren, arbeitet Samsung gemeinsam mit der Facebook-Tochter Oculus zusammen.

Der Auftritt Zuckerbergs hat die beiden neuen Topgeräte von Samsung, das Galaxy S7 und S7 Edge, in den Schatten gestellt. Dabei gibt es durchaus Verbesserungen - vor allem bei der Kamera, die besonders auch nachts nun gute Bilden schießen soll. Auch andere Hersteller haben vor dem offiziellen Messebeginn in Barcelona bereits ihre Karten auf den Tisch gelegt.

Der Samsung-Rivale LG etwa präsentierte sein Flagschiff G5. Das fällt vor allem durch diverse Erweiterungsmöglichkeiten in Form von Modulen zum Anstecken auf. Diese sogenannten Friends machen aus dem Smartphone eine Spiegelreflexkamera oder ein Steuergerät für Drohnen. Und der Freundeskreis des G5 soll künftig immer mehr erweitert werden, wie es bei der Präsentation hieß.

Neben den neuesten Smartphones und Tablets gibt es auf dem Mobile World Congress jede Menge mehr oder weniger nützlicher Anwendungen rund um mobiles Internet. Vernetzte Hörgeräte und elektrische Zahnbürsten sind genauso zu sehen, wie verschiedene Varianten, das Zuhause oder das eigenen Auto zu verbinden.

Facebook CEO Mark Zuckerberg und DJ Koh, Chef der Mobil-Sparte von Samsung | Bildquelle: AP
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Gemeinsamer Auftritt in Barcelona: Facebook CEO Mark Zuckerberg und DJ Koh von Samsung

5G soll kommen

Und es wird auch über die nächste Mobilfunkgeneration gesprochen. Nach 3G und 4G soll nun das noch schnellere 5G kommen, um alle künftigen Anwendungen sicher laufen zu lassen. Bis es soweit ist, könnten aber noch einige Jahre vergehen. Die mobilen Möglichkeiten haben auch die Versicherungskonzerne längst für sich entdeckt. So berichtet etwa Walid Moneimne von der US-Firma Aspenta von Anwendungen, um das Risiko für Führerscheinneulinge einzugrenzen.

Sie könnten einem jungen Fahrer zum Beispiel einen Geschwindigkeitsalarm mitgeben. Jedes Mal, wenn die zulässige Geschwindigkeit überschritten wird, dann wird das in der Cloud gemeldet. Die Versicherer räumen dem jungen Fahrer zwei solcher Alarme ein. Wenn er die nicht überschreitet, bekommt er einen Nachlass bei der Versicherungsprämie, wenn nicht dann wird die Prämie eben erhöht.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wird in den nächsten vier Tagen also über Endgeräte genauso gesprochen wie über die dazugehörigen Anwendungen - sowie über die Möglichkeiten, mit den digitalen Helfern die Zukunft zu gestalten.

"Mobile World Congress" beginnt in Barcelona
C. Sachsinger, BR
22.02.2016 06:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Februar 2016 um 09:30 Uhr.

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