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10.02.2012

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Wirtschaft
EU wirft deutschen Banken falsche Beratung vor
Deutsche Banken im EU-Vergleich

Schlechte Beratung, hohe Gebühren

Die EU-Kommission hat den deutschen Banken ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Die Kontoführung sei für die Kunden doppelt so teuer wie in Belgien oder den Niederlanden. Zudem sei es oft besser, den Empfehlungen der Finanzberater nicht zu vertrauen.

Von Peter Heilbrunner, SWR-Hörfunkstudio Brüssel

EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Die Banken lassen ihre Kunden im Stich" - EU-Kommissarin Kuneva. ]
Der Bericht der EU-Verbraucherschutzbehörde gleicht einer Abrechnung mit dem Bankgewerbe. Schlechte Beratung, überhöhte Gebühren und unverständliche Informationen - all das finden Verbraucher an Europas Bankschaltern zuhauf, kritsiert Brüssel. EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva beklagte, die Banken würden Verbraucherschutzstandards häufig nicht einhalten. Zudem erschweren sie den Kunden den Wechsel, weil ihre Angebote kaum vergleichbar seien. Übersichtlich seien sie erst recht nicht, rügt Referatsleiter Dirk Staudenmayer.

Kontoführung in Deutschland sehr teuer

Im EU-Vergleich zahlen deutsche Bankkunden deutlich mehr für die Kontoführung als ihre Nachbarn. Gegenüber den Niederlanden oder Belgien liegen die Gebühren in Deutschland mit knapp 90 Euro annährend doppelt so hoch. Immerhin sind Italien und Frankreich noch teurer. Eine Erklärung für den großen Unterschiede hat Brüssel nicht - außer dem Hinweis, dass die Märkte ganz offensichtlich nicht richtig funktionierten. Abhilfe könnte ein EU-weit einheitliches Formular bringen, das die Finanzindustrie zur Vergleichbarkeit zwingen würde - daran aber denkt die EU-Kommission derzeit nicht.

Kein gutes Haar lässt Brüssel auch an den Beratungsleistungen der deutschen Banken: So würden sich vier von fünf Deutschen auf die Anlageempfehlung ihres Bankberaters verlassen - zu unrecht, wie die EU-Verbraucherschützer meinen. Denn die Sparer hätten bis zu 30 Milliarden Euro verloren, weil sie ihr Geld in unpassende Finanzprodukte gesteckt hätten.

Berater ohne Interesse an neutraler Beratung

Bankenviertel in Frankfurt am Main (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bankenviertel in Frankfurt am Main ]
Bestes Beispiel: Die Zertifikate der US-Bank Lehman Brothers. Die Papiere der Pleitebank wurden besonders häufig zur Altersvorsorge empfohlen. Tatsächlich aber wurden sie über Nacht wertlos. Als sichere Geldanlage taugen Zertifikate nicht. Brüssel scheint den Grund für die fehlerhafte Beratung zu kennen: Weil Bankmitarbeiter mit Prämien am Verkaufserfolg beteiligt seien, hätten sie an neutraler Beratung kein Interesse.

Stand: 22.09.2009 17:57 Uhr
 

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